Hörspiel: Fremde in der Stadt

Der Absprung

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© Johannes Scherzer
Von Paul Plamper · 03.12.2018
Leerstadt schrumpft. Die Landrätin begegnet dem Wandel mit der Aufnahme von Geflüchteten. Nicht wenige Bürger sind besorgt. Während im Stadttheater ein multinationales Ensemble den Hauptmann von Köpenick probt, eskaliert die Situation.
Eine ostdeutsche Kleinstadt namens "Leerstadt". 2015 sind Geflüchtete in die schrumpfende Stadt gekommen. Die Konflikte um die Zuwanderung eskalieren, als ein neu-rechter Demagoge die Wut und Ängste der Bürger*innen nutzt und zu einem Boykott gegen das städtische Theater aufruft. Dort probt das multinationale Theaterensemble gerade eine Aufführung mit einem Hauptdarsteller aus Kamerun. Die Stadt gerät in einen medialen Wirbel um Rassismusvorwürfe und Ost-Vorurteile, als Mitglieder des Theaters ankündigen, Leerstadt zu verlassen.
Das Hörspiel erzählt von Zerrissenheit, Lagerbildung und zielt auf eine vielschichtige Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Fliehkräfte.

Studioaufnahmen für das Hörspiel "Der Absprung", mehrere Personen vor einer Bühne mit weinrotem Vorhang und einer Beleuchtungsschiene unter der Decke
Peter Kurth© Andy Drabek

Der Absprung
Hörspiel von Paul Plamper
Mit: Artur Albrecht, Stefan Cordes, Felicia Descher, Richard Djif, Andy Drabek, Fernanda Farah, Ulrich Gerhardt, Margit Hahn, Carl Hegemann, Fabian Hinrichs, Michael Kinkel, Cristin König, Sophia König, Peter Kurth, Franziska Niermann, Tina Pfurr, Peter Schellenberg, Petra Sparbrod, Christian Weber, Dana Weber u.a.
Ton: Johannes Scherzer, Michael Krajczok und Titus Maderlechner
Produktion: WDR, Schloss- und Kulturbetrieb Altenburg mit BR und Deutschlandfunk Kultur 2018
Länge: 52‘20

Unterstützt durch Deutscher Literaturfonds e.V.


Paul Plamper, 1972 in Ulm geboren, Autor, Theater- und Hörspielregisseur. Er inszenierte u.a. am Berliner Ensemble und am Stadttheater Istanbul. Seit 1999 arbeitet er als Hörspielmacher. Für seine Werke erhielt er u.a. 2011 und 2002 den Prix Europa für "Tacet" und "Top Hit leicht gemacht", 2009 den Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Ruhe 1", 2010 den Robert-Geisendörfer-Preis für "Der Assistent", sowie 2012/13 den Deutschen Hörbuchpreis und den Deutschen Hörspielpreis der ARD für "Der Kauf" sowie 2017 den Deutschen Hörbuchpreis für "Dienstbare Geister".
Seit 2005 entwickelt Plamper Arbeiten im Stadtraum, wie "Das Akustische Kleist Denkmal" am Kleinen Wannsee (seit 2011), sowie Audioinstallationen, u.a. im Museumsquartier Wien ("Future Dealers", 2016). "Der Absprung" (2018) wurde im Sommer als 20-Kanal-Audio-Installation im Residenzschloss Altenburg gezeigt und wird im November im ZKM Karlsruhe präsentiert. Nach "Future Dealers" und "Dienstbare Geister" bildet es den dritten und abschließenden Teil von Plampers "Fremde & Geister"-Trilogie über die Konstruktion des Fremden.
Ein geöffnetes Fenster mit einem daraus ragendem Brett mit einer Box darauf. Im Hintergrund sind einige Kronleuchter zu sehen
Installation© Johannes Scherzer
Paul Plamper von der Seite vor einem Mikrofon, die Armei ausgestreckt. Im Hintergrund ein Fenster.
Paul Plamper© Andy Drabek