Warum wollte Nathan sterben?

    Free as a bird

    49:44 Minuten
    Der nackte Oberkörper von Nathan V. spiegel sich im Badezimmerspiegel.
    Nach seiner Hormontherapie wollte Nathan ein neues Leben beginnen. © Deutschlandradio / Roel Nollet
    Von Ingo Haeb und Roel Nollet · 06.05.2022
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    Früher hieß Nathan Nancy. Doch ein Mädchen wollte er nie sein. Jetzt, mit 43 Jahren, haben ihn Hormone seinem Wunsch, ein Mann zu werden, sehr nah gebracht. Es fehlt noch die geschlechtsangleichende Operation. Als diese scheitert, trifft Nathan eine unglaubliche Entscheidung - er beantragt Sterbehilfe.
    Als der Transmann Nathan seinen Freundinnen von dem Wunsch erzählt, sein Leben zu beenden, reagieren sie mit Entsetzen. In ihren Augen hat Nathan so viel: Arbeit, eine Wohnung, Hobbys - und sie, seine Freundinnen, die immer zu ihm stehen.
    Sie bemühen sich, Nathan von seinem Vorhaben abzubringen. Eine Reise ans Meer soll ihm zeigen, dass sein Leben noch lebenswert ist. Doch während des gemeinsamen Kurzurlaubs erfahren die Frauen, welches Leid Nathan ertragen musste, als er noch Nancy war. Ihr Blick auf ihren Freund, den sie bisher als lebenslustig und optimistisch wahrgenommen haben, verändert sich.
    Wie tief können Verletzungen gehen, die einem in der Kindheit zugefügt wurden? Gibt es seelisches Leid, das nicht therapierbar ist? Und hat der Mensch ein Anrecht darauf, selbst zu bestimmen, ob er sein Leben mit ärztlicher Hilfe beenden möchte - selbst wenn er körperlich gesund ist? In Nathans Heimatland Belgien ist aktive Sterbehilfe laut Gesetz auch bei „unheilbaren, unerträglichen seelischen Leiden“ erlaubt. Die Sterbehilfedebatte ist in den Beneluxländern schon deutlich weiter als hier in Deutschland.
    Ein Feature über die grundsätzlichen Fragen von Leben, Tod und Selbstbestimmung - und eine sehr persönliche Geschichte.

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    Warum wollte Nathan sterben?
    Von Ingo Haeb und Roel Nollet

    Regie: die Autoren
    Es sprachen: Stefko Hanushevsky, Johanna Gastdorf,
    Sascha Schiffbauer, Jürgen Rißmann und Justine Hauer
    Ton und Technik: Kiwi Eddy und Hendrik Manook
    Redaktion: Tina Klopp
    Produktion: Deutschlandfunk 2019
    (Wiederholung vom 13.12.2019)

    Ingo Haeb, geboren 1970 in Hamburg, absolvierte ein Filmstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln und danach ein Drehbuchstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb). Er schrieb Drehbücher für zahlreiche Kinofilme, darunter AM TAG ALS BOBBY EWING STARB (2006), der mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet wurde. DAS ZIMMERMÄDCHEN LYNN (2014), bei dem er selbst Regie führte, erhielt u.a. den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik.

    Roel Nollet, geboren 1982 in Borgerhout, Belgien, studierte Philosophie und Journalismus. Er lebt und arbeitet in Antwerpen als Journalist und Dokumentarfilmer. Für das belgische Fernsehen berichtete Roel u.a. aus Palästina, Syrien, Armenien, Zentralafrika, Venezuela, Brasilien, El Salvador, Nigeria und Benin. Seine Reportage TAXI FILIPINO (2009) über das Verschwinden politisch Verfolgter in Die Philipinen war für den renommierten Concentra Award für „Outstanding video journalism“ nominiert. Von 2010 bis 2013 drehte Roel Nollet den Dokumentarfilm über Transsexuellen Nathan Verhelst, auf dessen Lebensgeschichte FREE AS A BIRD beruht.

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