Vom Hin- und Wegschauen im Tierschutz

Und irgendwann zuckte noch ein Ohr

Ein verendendes Rind liegt am Boden, die Augen sind noch geöffnet
Tierschutz ist Staatsziel. Doch bei Nutztieren bleibt er oft folgenlos © Rosie Füglein
In einem bayerischen Dorf verenden vernachlässigte Rinder nicht im Verborgenen, hinter Stallmauern, sondern auf der Weide. Jeder kann das Leid der Tiere sehen. Auch die zuständigen Behörden, die über viele Jahre Hinweise aus der Bevölkerung erhalten.
Das Tierschutzgesetz definiert Tiere als unsere „Mitgeschöpfe“, deren Wohlbefinden wir zu schützen haben. Seit 2002 ist der Schutz von Tieren auch im deutschen Grundgesetz verankert und damit Staatsziel. Gerade bei den Tieren, die wir nicht lieben, sondern nutzen – letzten Endes also töten und essen – kommt dieses Gesetz aber nur unzureichend zur Anwendung.
Selbst bei schwerwiegenden Verstößen und Straftaten stehen am Ende milde Urteile. Das heißt, die Täter können oftmals über viele Jahre weiter ihr Unwesen treiben und Tierrechte mit Füßen treten. Dieses Feature geht der Frage nach, wie das sein kann – anhand eines kleinen Beispiels, das die Probleme im Großen zeigt.
Es geht um Rinder, von denen es in Bayern 2,7 Millionen gibt, mehr als in jedem anderen Bundesland und in den allermeisten EU-Ländern. Da Rinder nicht unsere Sprache sprechen, kommen in diesem Feature vor allem Dorfbewohner und ein Rechtsexperte zu Wort. Und der bayerische Ministerpräsident, der unermüdlich dafür kämpft, dass der Fleischkonsum in Bayern nicht erlahmt.

„Und irgendwann zuckte noch ein Ohr“
Vom Hin- und Wegschauen im Tierschutz
von Rosie Füglein
Regie: Maidon Bader
Redaktion: Johannes Berthoud, Wolfgang Schiller
BR/Deutschlandfunk 2026

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