Hörspielmonolog: Im Gedenken an die Lebensgefährtin

Ob die Granatbäume blühen

68:14 Minuten
Ein Granatapfel an einem Granatbaum.
© EyeEm / Hilary Brodey
Von Gerhard Meier · 23.07.2022
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„Die du wohnest in den Gärten, lass’ mich deine Stimme hören.“ Mit diesen Worten aus dem Hohelied beginnt der letzte Prosatext des Schweizer Schriftstellers Gerhard Meier (1917–2008). Eine bewegende Anrufung seiner verstorbenen Gefährtin Dorli.
Sechs Jahrzehnte lebte der preisgekrönte Schriftsteller zusammen mit seiner Frau Dorli zurückgezogen im Haus seiner Kindheit in Niederbipp, dem Dorf am Südfuß des Jura, das zum poetischen Bezirk Amrain seiner Romane wurde. Dorli war sein Lebensmensch, gemeinsam unternahmen sie Reisen nach Russland und nach Paris, teilten ihre Liebe für die Blumen, die Schmetterlinge und für die Literatur. Nach ihrem Tod blieb der 80-jährige Meier alleine zurück in dem Haus mit Blick über Dorlis Garten zum Jura hin. In seinem innigen Monolog setzt er das Gespräch mit Dorli über ihren Tod hinaus fort. „Und ich fragte mich, ob man am Ende lebe, um sich erinnern zu können.“
Das Hörspiel „Ob die Granatbäume blühen“ wurde von der Jury der Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats Februar 2015 ausgezeichnet.
Der Schriftsteller Gerhard Meier (1917-2008), aufgenommen im Februar 1998 in Niederbipp, Kanton Bern.
Der Schriftsteller Gerhard Meier (1917-2008), aufgenommen im Februar 1998 in Niederbipp.© picture alliance/dpa/AYSE YAVAS

Ob die Granatbäume blühen
Von Gerhard Meier
Regie: Janko Hanushevsky
Mit: Ueli Jäggi
Komposition und akustische Einrichtung: Merzouga
Klavier: Philip Zoubek
Produktion: Deutschlandfunk 2015
Länge: 68‘07

Gerhard Meiers Lyrik und seine Romane wurden u.a. mit dem Heinrich-Böll-Preis, dem Petrarca-Preis und dem Fontane-Preis ausgezeichnet.

Das Duo Merzouga (Janko Hanushevsky und Eva Pöpplein) produziert Radiosendungen und radiophone Klangkunst.


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