Mein Großvater, der Faschismus, Italien und ich

Lillo

Raffaele Valensise als junger Soldat nach dem Überfall Italiens auf Griechenland
Raffaele Valensise als junger Soldat nach dem Überfall Italiens auf Griechenland © privat
Von Livia Valensise |
Jahrzehntelang engagierte sich mein Großvater für die neofaschistische Partei Italiens. Nach seinem Tod begebe ich mich auf Spurensuche, will seinen Lebensweg und den Aufstieg der Rechten in Italien besser verstehen.
„Avere il sole in tasca“ – Die Sonne in der Manteltasche tragen. Diesen Spruch verbinde ich mit meinem Großvater. Die Falten an seinem Hals, seine ruhige Art zu sprechen. Und die Büste des italienischen Diktators Benito Mussolini in seinem Bücherregal. 26 Jahre saß mein Großvater für die neofaschistische Partei Italiens im Parlament. Um die Jahrtausendwende starb er. Jetzt, wo auch meine Großmutter tot ist, tauchen alte Fotos und Erinnerungen auf. Und mir, der Enkelin, stellen sich alte Fragen neu: Wie wurde aus meinem Großvater ein überzeugter Faschist? Das Thema sei zu komplex, heißt es in der Familie. Doch dann reden mein Vater und seine Geschwister dennoch: über ihren Vater, die Geschichte Italiens und den Aufstieg der Rechten in Italien.
Raffaele Valensise in den 1960er Jahren in Rom auf einem Parteikongress der neofaschistischen Partei Movimento Sociale Italiano (MSI).
Raffaele Valensise in den 1960er Jahren in Rom auf einem Parteikongress der neofaschistischen Partei Movimento Sociale Italiano. Die Flamme in den Nationalfarben ist noch heute Symbol ihrer Nachfolgepartei: der Fratelli d’Italia. © IMAGO / Cola Images

Lillo
Mein Großvater, der Faschismus, Italien und ich
Von: Livia Valensise
Regie: Stella Luncke mit Livia Valensise
Dramaturgie: Julia Illmer
Deutschlandfunk 2026

Livia Valensise, geboren 1989 in Rom, Drehbuchautorin, studierte an der deutschen Film- und Fernsehakademie DFFB. Ihr Hörspiel „Fiktive Gelände“ (Deutschlandfunk Kultur 2023) war für den max15-Preis nominiert. „Lillo“ ist ihr erstes Radio-Feature. Mit zwei weiteren Autorinnen gründete sie das Kollektiv Fieber.

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