Wer bezahlt nach dem Ende der Gasförderung in Groningen?

Fordern statt Fördern

Schätzungsweise zehntausend Menschen nehmen am 19. Januar 2018 in Groningen, Niederlande, an einer Demonstration gegen die Gasförderung teil, die wiederholt Erdbeben in der Region ausgelöst hat.
Demonstrierende in Groningen © Getty Images / Pierre Crom
Von Frank Odenthal |
Die Niederlande haben Europas größtes Gasfeld geschlossen. Die Förderung hat in 60 Jahren rund 1600 Erdbeben ausgelöst und zehntausende Häuser beschädigt. Trotzdem klagen die Konzerne Shell und ExxonMobil auf Entschädigung für entgangene Gewinne.
Der Prozess wird nicht vor regulären Gerichten geführt, sondern in außergerichtlichen Schiedsverfahren. Solche Schiedsgerichte sind umstritten. Sie seien intransparent, weil unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werde, sagen Kritiker.  
Seit das Erdgasfeld bei Groningen Ende der 1950er Jahre entdeckt wurde, bebt im Norden der Niederlande regelmäßig die Erde. Der Schaden geht in die Millionen, unzählige Wohnungen sind einsturzgefährdet, Familien leben seit Jahren in Containern. 
Die Erdbebenopfer haben sich inzwischen organisiert und machen gegen die Klage der Konzerne mobil. Ihre Sorge: Die Industrie will sich vor ihrer Verantwortung und vor den millionenschweren Schadenersatzforderungen drücken. 
Der Journalist Frank Odenthal hat sich in Groningen auf Spurensuche begeben. Er hat mit Betroffenen, Politikern und anderen Vertretern der Zivilgesellschaft gesprochen, aber auch mit einem Juristen, der regelmäßig außergerichtliche Schiedsverfahren leitet.  

Fordern statt Fördern
Wer bezahlt nach dem Ende der Gasförderung in Groningen

Von Frank Odenthal 
Regie: Anna Panknin
Mit: Jean-Paul Baecke, Jonas Baeck, Edda Fischer, Richard Hucke und Tom Jacobs 
Ton und Technik: Michael Morawietz und Wolfgang Rixius
Redaktion: Wolfgang Schiller
Deutschlandfunk 2026

Frank Odenthal, 1971 in Köln geboren, lebt als Journalist in Lörrach. Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre hat er sich auf Themen rund um den Globalen Süden spezialisiert. Zuletzt lief sein Radiofeature „Notstand – sexuelle Gewalt in Westafrika“ im RBB und im MDR. 

Empfehlungen