Mitsuki Hara ist Weltrekordhalterin in der Disziplin des Speerfischens. In einer männerdominierten Subkultur kämpft sie für Selbstbestimmung, Respekt und Nachhaltigkeit.
Ohne Flasche, ohne Netz – nur mit einem Atemzug, einer Harpune und dem Wissen um die Natur taucht Mitsuki Hara in die Tiefe. Hinter ihr liegt ein Weg voller Hindernisse. Aufgewachsen in Japan in schwierigen Familienverhältnissen, wäre sie als Kind beinahe ertrunken. Doch die spätere Begegnung mit der Schönheit des Ozeans wurde zu einer transformierenden Kraft, die ihr half, persönliche und emotionale Hürden zu überwinden.
Im Speerfischen fand sie nicht nur Stärke, sondern auch eine Gemeinschaft, die ihr die Unterstützung bot, die sie in ihrer Kindheit vermisste. Trotz der Gefahren dieses Sports wurde er mit seiner engen Verbindung zur Natur zu einem wichtigen Teil ihres Heilungsprozesses – und führte sie schließlich zu zwei Weltrekorden im Speerfischen.
Heute lebt sie in Kalifornien und hat sich in einer Männerdomäne durchgesetzt. Sie ist Jägerin, doch es geht um mehr als nur den Fang: Es geht um Selbstbestimmung und schließlich auch um Nachhaltigkeit. Denn Mitsuki Hara ist auch Köchin. Aus Respekt vor dem Tier, das sie tötet, verwertet sie beim Kochen jeden Teil des Fisches.
Ihr achtsamer und nachhaltiger Umgang mit der Natur findet seinen Ausdruck in dem japanischen Dank, den sie vor dem Essen mit ihren Freunden spricht: Itadakimasu – „Ich empfange dieses Essen in Ehrfurcht“. Das Feature begleitet eine junge Frau, die mit jedem Tauchgang unsere Beziehung zur Natur, zum Essen und zu uns selbst hinterfragt.
„SPEARA“ wurde in 3D produziert.
Zum Dokumentarfilm „SPEARA“ aus der Reihe DocuMe auf ZDF/3sat.
SPEARA | Einblicke
Nur mit einem Atemzug, einer Harpune und dem Wissen um die Natur taucht Mitsuki Hara in die Tiefe
Das Feature ist Teil der Sendereihe „18 Plus!“ und entstand in Kooperation mit 3sat und der DocuMasterclass des Duisburger Festivals doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche.
SPEARA Mit einem Atemzug in die Tiefe Von Florian Baron
Regie: Florian Baron Komposition: Jana Ilmert Dramaturgie: Katrin Moll Deutschlandfunk 2026 Länge: ca. 54'40
Florian Baron, geboren 1984 in Berlin, ist ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Von 2004 bis 2006 lebte er in Japan, wo er an Film- und Videokunstwerken arbeitete, anschließend studierte er Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf. 2013 war er Stipendiat des DAAD in den USA und drehte zusammen mit Kameramann Johannes Waltermann eine Langzeit-Dokumentation über junge Kriegsveteranen in Pittsburgh. 2018 wurde ihr Film „Joe Boots“ für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert und mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet. Der Langfilm „Stress“ wurde mit dem Förderpreis der DEFA-Stiftung ausgezeichnet. Er ist Gründer der Produktionsfirma RAENDROP Film (2020, mit Johannes Waltermann) und war 2023 Stipendiat der Villa Aurora.