Hörspiel-Groteske über soziale Egozentrik

Life can be fun (depending on the situation)

57:25 Minuten
Frau im blauen Kleid, mit weißer Umhängetasche und weißen Schuhen trägt eine weißen Schirm. Sie läuft aus dem Schatten heraus in die Sonne. Gehweg und Tunnelwand sind trist und grau. Ihr Oberkörper ist durch Schatten kaum zu erkennen.
© Derek Lee/unsplash
Von Jovana Reisinger · 31.07.2022
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Ein Selbstmord reißt die Bewohner:innen eines idyllischen Wohnkomplexes für einen Moment aus ihrer Alltagsroutine. Ein furioses Hörspiel zwischen grausamer Heiterkeit, dahingeplapperten Alltagsfloskeln und strukturellem Sexismus.
Am Morgen des heißesten Tages des Jahres stürzt sich Frau Schmitt in den Tod. Mitten in den Innenhof des sauberen, hübsch angelegten Hochhauskomplexes. Und das, ohne die anderen Bewohner vorzuwarnen! Die kommen nach und nach vor der Toten zusammen und sinnieren, was zu tun ist. Da wird mit der Katastrophe vor Augen gefachsimpelt, gemaßregelt und geflirtet. Schließlich geht das Leben weiter, jedenfalls das derjenigen, die um Frau Schmitt herumstehen. Die Strategien, wie die einzelnen Anwohner:innen mit der Situation umgehen, sind unterschiedlich, offenbaren aber alle dieselbe Grundeinstellung: Sie alle sind sich offenbar selbst am nächsten – auch wenn jede:r einzelne das ganz anders sieht. Es kommt eben, wie so oft im Leben, auf die Perspektive an.

Ursendung
Life can be fun (depending on the situation)
Von Jovana Reisinger
Regie: die Autorin
Mit: Luise Wolfram, Benjamin Radjaipour, Hanna Plaß, Julika Jenkins, Julia Windischbauer
Komposition: Sophia Kennedy
Ton und Technik: Thomas Monnerjahn und Christoph Richter
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2022
Länge: 57'19

Jovana Reisinger, geboren 1989 in München, aufgewachsen in Österreich, ist Schriftstellerin, Filmemacherin und bildende Künstlerin. Nach dem Abschluss in Kommunikationsdesign studierte sie Drehbuch und Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Romane „Still halten“ (2017), „Spitzenreiterinnen“ (2021).

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