Kohlenstoffprojekte gefährden indigene Völker

Klimaalbtraum

Massaihirte mit seiner Herde
Ein junger Massai hütet eine Herde, er ist mit de Tieren täglich bis zu 10 km unterwegs © Christian Nusch
Von Katharina Nickoleit |
Volkswagen setzt in Tansania auf CO₂-Projekte, um seine Klimabilanz zu verbessern. Dafür soll die traditionelle Weidewirtschaft der Massai verändert werden. Eine Recherche zur wissenschaftlichen Grundlage der Klimaversprechen – und die Folgen für die Massai, deren Lebensweise auf dem Spiel steht.
Der CO2-Fußabdruck von Volkswagen ist gewaltig. Nicht nur die Produktion, sondern auch die Autos selber belasten das Klima. Mit Kohlenstoffprojekten in Ostafrika will der Konzern seine Klimabilanz verbessern. Die Idee: Massai sollen ihre Rinder nach festen Rotationsplänen durch die Savanne treiben. So soll mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert werden, versprechen die Projektbetreiber. Doch das Vorhaben ist wissenschaftlich und gesellschaftlich umstritten. In Tansania geraten die Massai zunehmend unter Druck: Das Projekt greift in ihre seit Jahrhunderten praktizierte Weidewirtschaft ein und bedroht ihre Existenzgrundlage.
Die Vereinten Nationen haben 2026 zum internationalen Jahr der Weidelandschaften und Hirtenvölker ausgerufen, um auf die Bedeutung pastoraler Lebensweisen für Biodiversität, Ernährungssicherheit und nachhaltige Landnutzung aufmerksam zu machen. Zwischen Tansania und Wolfsburg untersucht die Autorin, wie belastbar die Klimaversprechen von VW sind – und wer den Preis für die CO₂-Kompensation zahlt.

Klimaalbtraum - Wie die Massai die CO₂-Bilanz von VW verbessern sollen
von Katharina Nickoleit
Regie: Claudia Kattanek
Redaktion: Jenny Marrenbach
Deutschlandfunk 2026

Katharina Nickoleit, 1974, berichtet für DLF und WDR über Klima, Umwelt und Gesundheit im Globalen Süden.

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