Eine Poetin aus Sardinien

Iolanda

Collage: Illustrationen der sardischen Dichterin Orlanda Sassu - genannt Iolanda - an für sie typischen Orten: an ihrem Baumhaus, am Meer, in der kleinen sardischen Stadt Guspini...
Orlanda Sassus Stimme durchbricht Zeitgrenzen und führt zu den Orten ihres Lebens: zum Fluss, in die Kleinstadt Guspini, ans Meer und zu ihrer Baumhütte © Studiolanda / Giorgia Caddedu und Vittoria Soddu
Von Giorgia Cadeddu und Vittoria Soddu |
Wer die Stimme von Orlanda Sassu (1924–2015) gehört hat, vergisst sie nicht. Zum Glück hat die sardische Poetin, Sängerin und Ökologin ihr Leben auf Kassetten aufgezeichnet. Wiedergehört und neu montiert entsteht eine Zeitreise durch Sardinien.
Kassetten als Zeitmaschinen. Orlanda Sassu, genannt Iolanda, war eine sardische Dichterin und frühe Öko-Aktivistin (1924–2015). Auf Tonbändern archivierte sie zeitlebens ihre Erinnerung. Die Lieder, Gedichte und Begegnungen der Poetin beschwören eine einzigartige Lebenswelt und Sprachkultur herauf, die auf der Insel allmählich verschwindet. Ihre Stimme durchbricht Zeitgrenzen und führt zu den Orten ihres Lebens: zum Fluss, in die Kleinstadt Guspini, ans Meer, in die Sanddünen zur Baumhütte, die sie mit ihrem Gefährten Efisio zum Schutz eines jahrhundertealten Wacholderbaums errichtet hatte. Unübersetzte sardische O-Töne entziehen sich dem eindeutigen Verständnis: Die deutsche Adaption lässt deren Klang für sich sprechen. Iolandas Stimme reist über Jahrzehnte hinweg und trifft uns – atmend, kratzig, ungebrochen lebendig.
Die sardische Dichterin Orlanda Sassu - genannt Iolanda - in ihrem Baumhaus
Iolanda in ihrem Baumhaus© Studiolanda / Giorgia Caddedu und Vittoria Soddu
Die sardische Poetin Orlanda Sassu - genannt Iolanda - mit Besuchern in ihrem Baumhaus
Besucher aus nah und fern kamen zum Baumhaus, um Iolanda zu hören© Studiolanda / Giorgia Caddedu und Vittoria Soddu

Iolanda
Adaption des gleichnamigen sardischen Features „Iolanda mi nant de nòmini“
Von Giorgia Cadeddu und Vittoria Soddu
Übersetzung, Bearbeitung und Regie: Christian Lerch und Ingo Kottkamp 
Mit: Imogen Kogge und Franziska Krol
Ton: Christoph Richter
Regie der Originalfassung: die Autorinnen
Deutschlandfunk/SWR Kultur 2026
Länge: 52‘01 

Angaben zur Originalfassung
Iolanda mi nant de nòmini – STUDIOLANDA 2021
Hördoku auf Sardisch und Italienisch, 31 Minuten
Von Giorgia Cadeddu und Vittoria Soddu – STUDIOLANDA
Entstanden im Rahmen des Programms YASS! You are so sound
Kuratiert von Radio Papese (Ilaria Gadenz und Carola Haupt)
Mentorin: Rikke Houd
Mit: Orlanda Sassu
Stimmen: Roberta Porceddu, Valentina Pusceddu, Roberto Maccioni, Giorgia Cadeddu, Lidia Sanna, Carlo Virdis, Marzia und Michele Sioscia
Stimmenarchiv Sassu-Porceddu: Efisio Sanna, Vitalia, Antonietta Porcu, Rafaella, Touristen in Iolandas und Efisios Baumhütte zwischen 1969 und 2014
Digitalisierung des Sassu-Porceddu-Soundarchivs: SOUNDSCAPE RECORDINGS
Mastering: Luigi Frassetto 

Dank an Roberta Porceddu, Alessio Lisci, Associazione antincendio Gentilis und Iganzio Nurra

Das Künstlerinnenduo STUDIOLANDA, angesiedelt in Sardinien, sucht nach einem eigenständigen künstlerischen Umgang mit Archiven und Traditionen. Giorgia Cadeddu und Vittoria Soddu kommen aus den Bereichen Design und Bildende Kunst. Die erzählerischen Formen von STUDIOLANDA bringen unterschiedliche Disziplinen und künstlerische Praktiken zusammen: Dokumentation, Film, Sound und vor allem Zuhören. 

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