Hörspiel nach Agota Kristof

    Das große Heft

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    Die Zwillinge schreiben ihre Beobachtungen nieder im großen Heft. © imago/Becker&Bredel
    Bearbeitung: Erik Altorfer · 18.09.2021
    Bei ihrer Großmutter auf dem Land sind die zwei Brüder der Grausamkeit des Kriegs ungeschützt ausgesetzt. Die Zwillinge erfahren, dass sie sich nur auf sich selbst verlassen können. Ihre Beobachtungen schreiben sie nieder im großen Heft.
    Zu Kriegszeiten werden zwei zehnjährige Brüder von ihrer Mutter zur Großmutter aufs Land gebracht. Armut und Brutalität ausgesetzt sind sie nun auf sich selbst gestellt. Die Schulen sind geschlossen, und die Großmutter behandelt sie schlechter als ihre Tiere. Die Brüder trainieren physische und psychische Unempfindlichkeit und bringen sich allmählich das Alphabet des Überlebens bei. Sie folgen eigenen Moralvorstellungen: Sie helfen, wo die Not noch größer ist, sie rächen Ungerechtigkeit, leisten Sterbehilfe. Im großen Heft schreiben sie ihre Beobachtungen und Erkenntnisse in einfachen Sätzen auf und schützen sich mit der Kraft einer sachlichen Sprache vor dem Zynismus des Elends.
    Bei den Aufnahmen im Studio: Schauspielerin Libgart Schwarz.
    Schauspielerin Libgart Schwarz© SRF/Oscar Alessio
    Schauspieler Kristof van Boven bei den Aufnahmen im Hörspielstudio. 
    Schauspieler Kristof van Boven© SRF/Oscar Alessio









    Ursendung
    Das große Heft
    Von Agota Kristof
    Bearbeitung und Regie: Erik Altorfer
    Mit: Libgart Schwarz, Kristof Van Boven
    Komposition: Martin Schütz
    Ton und Technik: Franz Baumann
    Produktion: Deutschlandfunk/HR/SRF 2021
    Länge: 113'11

    Agota Kristof, geboren 1935 in Csikvánd, Ungarn, flüchtete 1956 aus ihrer Heimat und emigrierte in die Schweiz. Sie fand Arbeit in einer Uhrenfabrik und erlernte die französische Sprache, in der sie fortan ihre Bücher – Prosa, Theaterstücke und zwei Hörspiele – schrieb. Ihre Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Agota Kristof starb 2011 in Neuchâtel.