Hörspiel des Monats Februar 2026
Damaskus danach
Von Mudar Alhaggi
Regie: Anouschka Trocker / Regieassistenz: Marie Permantier
Mit: Mouataz Alshaltouh, Walid Al-Atiyat, Mohamed Achour, Kenda Hmeidan, Inaam Wali, Lama Alhalabi, Max Landgrebe, Stella Hilb, Michael Lippold, Husam Chadat, Cino Djavid, Meriam Abbas, Kinan Hmeidan, Mo Issa
Komposition: Rabih Beaini Song: Shadi Ali
Technische Realisation: Markus Freund, Elke Steinort
Dramaturgie: Thilo Guschas
Produktion: NDR 2025
Länge: 61‘28
Hörspiel des Monats Februar 2026
Als 2024 das Assad-Regime stürzt, kehrt Hoffnung zurück - doch Faris kann nicht feiern © Adobe Stock / Andreas Rehmann / NDR [M]
Damaskus danach

Was bleibt, wenn der Diktator fällt? Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 stehen Exil-Syrer vor einer weitreichenden Entscheidung.
Ende 2024 fällt überraschend das Assad-Regime. Doch Fares – ein syrischer Musiker im Berliner Exil – ist nicht nach Feiern zumute. Seine Freunde sind irritiert. 2011, im arabischen Frühling, führte er die Demonstrationen mit seinen Songs an. Sie setzten sich für Demokratie und Freiheit ein. Daran will die Band von damals anknüpfen und wieder in Damaskus auftreten. Auch Fares‘ Familie wünscht sich, er solle mit ihnen aus dem Exil zurückkehren, ein neues Syrien aufbauen. Doch dafür muss sich Fares der Vergangenheit stellen.
Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benannte „Damaskus danach“ zum Hörspiel des Monats Februar 2026.
Die Begründung der Jury:
"Damaskus danach" ist keine Heldengeschichte. Es sind Sätze wie "Ich fühle irgendwie gar nichts außer Angst", "ein erfahrener Gläubiger lässt sich nicht zweimal von derselben Freude anstacheln" oder "Das Beste ist, dass man keine Hoffnung mehr hat, dann kann einen auch nichts schockieren", die uns von eine Gefühlswelt jenseits der Schlagzeilen berichten, von einer inneren Zerrissenheit und der Angst vor Missbrauch von Hoffnung und Utopie. Diese Ambivalenz in den Vordergrund zu stellen, in einer Zeit, in der es einfache Wahrheiten viel leichter haben als komplexe Erzählungen – das ist das Besondere an "Damaskus danach". Das Verwischen von Grenzen zwischen Wahn und Realität, als Folge traumatischer Erlebnisse von Diktatur und Krieg, spiegelt sich in den immer wiederkehrenden Alpträumen des Protagonisten. Aber auch scheinbar unvereinbare Positionen zwischen Freunden und Familien, die alle unterschiedlich auf den Sturz Assads reagieren, sind Teil der Erzählung. Die Lösung: aushalten und trotzdem im Gespräch zu bleiben – auch davon erzählt "Damaskus danach" und gibt damit mehr Hoffnung als jede Heldengeschichte, auch wenn einen der Alptraum zum Schluss immer wieder einholt.
Die Jury und der gastgebende Sender 2026
Olga Grjasnowa, Schriftstellerin
Masha Qrella, Musikerin
Gastgebender Sender: Deutschlandradio
Olga Grjasnowa, Schriftstellerin
Masha Qrella, Musikerin
Gastgebender Sender: Deutschlandradio












