Hörspiel: Wie gedenken, wie sich erinnern?

Die Zeremonie

55:07 Minuten
Karten aus den französischen Konzentrationslagern Beaune-la-Rolande und Pithiviers, der Name Aaron ist sichtbar. Bild vom Shoah Memorial in Paris.
Auf der Suche nach der ganzen Geschichte: Fast 30 Jahre besuchte die Familie das Lager in Beaune-la-Rolande, von dem aus der Großvater nach Auschwitz kam © Hans Lucas / Henrique Campos / picture alliance
Von Cécile Wajsbrot |
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• Biografie • Jedes Jahr geht es nach Beaune-la-Rolande. Fast dreißig Jahre lang immer wieder, um nicht zu vergessen: Von diesem französischen Konzentrationslager ging es nach Auschwitz, und auch der Großvater war dort.
Jedes Jahr fuhr sie mit der Mutter und der Großmutter nach Beaune-la-Rolande. Hier war ab 1941 ein Durchgangslager für Juden auf dem Weg nach Auschwitz. Für den Großvater war es die letzte Station auf französischem Boden. Am 14. Mai 1941 kam von der französischen Polizei die Vorladung zur Feststellung der Identität, wie es hieß. Dann mussten die Frauen für ihre Männer einen Koffer packen. So hat es die Großmutter erzählt. Aber wie es genau war, weiß die Enkelin nicht. 

Die Zeremonie
Von Cécile Wajsbrot
Übersetzung aus dem Französischen: Hans Thill
Regie: Christiane Ohaus
Mit: Imogen Kogge, Christian Gaul, Pierre Clement, Tony de Maeyer, Christine Oesterlein und Cécile Wajsbrot
Ton und Technik: Thomas Monnerjahn und Susanne Beyer
Deutschlandradio Kultur/RB 2011
Länge: 53'51
Eine Wiederholung vom 11.05.2011

Cécile Wajsbrot, 1954 in Paris geboren, Schriftstellerin. 2014 Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis, 2016 Prix de l’Académie de Berlin. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste. 2024 Ehrendoktorin der Universität Duisburg-Essen. Sie lebt in Berlin und Paris.

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