Ein Dorf schweigt

Die Wolfshaut (2/2)

88:43 Minuten
Extremes Close-up auf das Auge eines iberischen Wolfes
Argwöhnisch beäugt die Dorfgemeinschaft die Spurensuche des Rückkehrers © Ramón Carretero / EyeEm
Von Hans Lebert |
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Verdrängte Kriegsverbrechen, eine eisern schweigende Dorfgemeinschaft und ein Mann, der mit allen Mitteln nach Antworten sucht. Preisgekröntes Hörspiel nach dem Roman von Hans Lebert.
Nach Kriegsende ist der Matrose Johann Unfreund nach Schweigen, in das Dorf seine Herkunft, zurückgekehrt: weil er die Erde dort liebt, „nicht die Heimat, sondern die Erde“. Er stößt auf eine Dorfgemeinschaft, die sich schuldig gemacht hat. Matrose Unfreund und Maletta, der Fotograf, wollen nicht mehr zu diesen Menschen gehören, die Jagd machen auf andere Menschen, die andere zu Untermenschen erklären. Allmählich bricht das Siegel der Vergangenheit, das Zeugnis eines Kriegsverbrechens kommt an die Oberfläche. Aber „das liegt alles so weit zurück, dass es gar nicht mehr wahr ist“, sagt man im Dorf. 
Hans Leberts 1960 veröffentlichter Roman ist ein sprachlich-kühnes Meisterwerk der österreichischen Literatur in der Tradition von Kafka, Musil und Broch. 
Die Radio-Adaption von Helmut Peschina wurde 2005 in Österreich zum Hörspiel des Jahres gewählt.
Zu Teil 1 des Hörspiels nach dem Roman von Hans Lebert: Die Wolfshaut (1/2)
Heribert Sasse in "Die Wolfshaut"
Heribert Sasse in "Die Wolfshaut"© Deutschlandradio - Ursula Hummel

Die Wolfshaut (2/2)
Nach dem Roman von Hans Lebert
Bearbeitung: Helmut Peschina
Regie: Robert Matejka
Mit: Peter Matic, Michael König, Ernst Konarek, Götz Kauffmann, Jaschka Lämmert, Wolfgang Hübsch, Wolfgang Böck, Ulli Maier, Fritz Muliar, Heribert Sasse, Helmut Bohatsch, Hermann Scheidleder, Leo Braune, Gerhard Dorfer, Fritz von Friedl, Karl Menrad, Peter Strauß, Hannes Thanheiser und Peter Uray
Komposition: Max Nagl
Ton: Herta Werner, Stefan Wirtisch
NDR/DKultur/ORF 2005
Länge: 88'42
Eine Wiederholung vom 16.05.2005

Hans Lebert (1919-1993) war ein österreichischer Opernsänger, Maler und Schriftsteller. 1941 entzog er sich der Einberufung in die Wehrmacht und wurde wegen „Wehrkraftzersetzung“ angeklagt. Sein Roman „Die Wolfshaut“, 1960 erstmals erschienen, wurde 1991 erneut und zuletzt 2008 aufgelegt. Daneben zählen „Das Schiff im Gebirge. Eine Erzählung“ (1955) und „Der Feuerkreis“ (1971) zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören der Österreichische Staatspreis (1961) und der Grillparzer-Preis (1992).

Helmut Peschina, 1943 in Klosterneuburg bei Wien geboren, ist Autor und Herausgeber. Er schreibt Theaterstücke, Fernsehspiele und bearbeitet Texte für den Hörfunk. Für Deutschlandradio adaptierte er u.a. „Rot und Schwarz“ von Stendhal (2005), Joseph Roths „Die Legende vom heiligen Trinker“ (2007) sowie „Die Blendung“ von Elias Canetti (2002). Zuletzt bearbeitete er zwei Romane von Honoré de Balzac: „Eugénie Grandet“ (2015) und „Vater Goriot“ (2017).

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