Hörspiel: Kollektiver Gedächtnisschwund auf dem Dorf

Idylle

54:03 Minuten
Ein Erwachsener und ein Kind waten barfuß durch einen breiten Bach im Wald. Kneipp Wanderweg bei Olsberg im Sauerland, Kneippkur in der Ruhr.
Im Dorf seiner Kindheit gab es in den 70er Jahren - der Zeit des RAF - einen schrecklichen Vorfall. Daran erinnern möchte sich niemand. © Jochen Tack / IMAGO
Von Josef Maria Schäfers |
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Immer wieder muss er an das Dorf seiner Kindheit denken. Ein schrecklicher Vorfall aus dem „Deutschen Herbst“ 1977 lässt ihn nicht in Ruhe. Vielleicht trägt er Schuld? Und warum will niemand darüber sprechen?
Vielleicht sollten die alten Dorfgeschichten ruhen, das tun sie aber nicht, sie gehen ihm nicht aus dem Kopf. „Solange deine Mutter hier wohnt, würde ich nicht in der alten Wunde bohren", rät ihm sein Freund aus dem Sauerland, wo er aufgewachsen ist. „Darüber will doch keiner reden, und wenn man anfängt rumzuforschen, gibt’s Ärger.“ Tatsächlich scheint im Dorf, wenn es um die Ereignisse in jenem Herbst geht, ein kollektiver Gedächtnisschwund stattgefunden zu haben.

Idylle
Von Josef Maria Schäfers
Regie: Giuseppe Maio und Stella Luncke
Mit: Enno Luncke, Sven Hönig, Maxim Bugenhagen, Enea Maio, Thomas Krutmann, Guntbert Warns, Volker Weidlich, Thomas Weppel, Martin Horn, Klaus Hoser, Michael Wittenborn, Maximilian Löwenstein, Christian Maria Goebel, Peter Miklusz, Ernst Stötzner, Meike Rötzer, Sigrid Maria Schnückel, Eva-Maria Kurz und Carla Becker
Ton und Technik: Alexander Brennecke und Eugenie Kleesattel
Deutschlandfunk Kultur/WDR 2019
Länge: 53'57
Eine Wiederholung vom 19.06.2019

Josef Maria Schäfers, geboren 1968, lernte Schmied und Tischler und lebt seit 1997 als Künstler und Radioautor in Berlin. Mitorganisator des Berliner Hörspielfestivals. Mit Stella Luncke schreibt und produziert er Hörspiele, Features und akustische Kunst.

„Idylle“ wurde von der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen gefördert.
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