Reihe: Nach dem Krieg

Her Mother’s Voice

49:26 Minuten
Eine Skulptur von 1982 aus rostfreiem Stahl der Künstlerin Liliane Lijin auf dem Campus der Universität East Anglia, Norwich, Norfolk, England
Eine Skulptur von 1982 aus rostfreiem Stahl der Künstlerin Liliane Lijin auf dem Campus der Universität East Anglia, Norwich, Norfolk, England © imago / Ian Murray
Von Gaby Hartel und Liliane Lijn · 22.11.2022
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• Porträt • Liliane Lijn, 1939 in New York geboren, gehört seit Mitte der 60er-Jahre zu den herausragenden Protagonistinnen zeitgenössischer Kunst. Ihre Kindheit verbringt sie im vitalen Umfeld von sechs Sprachen. Diese Vielstimmigkeit hat ihr Werk geprägt.
Liliane Lijn ist für Skulpturen, Installationen und Performances bekannt. Seit 50 Jahren beschäftigt sie sich auch mit Sprachmagie, Wortklang und der Körperlichkeit der Stimme. Ihr Interesse für Spoken Word Literature hat nicht zuletzt biografische Gründe, denn Lijn wurde 1939 in New York in ein jüdisches Flüchtlingsumfeld geboren und wuchs in einem Klangraum von sechs Sprachen auf. Die früh erlebte Vielstimmigkeit schlug sich etwa in Lijns visionärem Künstlerbuch „Crossing Map“ (1974) nieder. Ein weiteres Sprachkunstwerk, „Her Mother’s Voice“, basiert auf Interviews der Künstlerin mit ihrer Mutter, in denen sie nicht nur der eigenen Vergangenheit auf die Spur kommen will, sondern dem Wesen der Mutter als migratorischer Existenz. Der starke Akzent dieser Muttersprache erzählt ebenso viel über deren Fluchtbewegung quer durch Europa wie die berichteten Ereignisse selbst oder deren sprechende Auslassung.

Reihe: Nach dem Krieg
Her Mother’s Voice
Liliane Lijns Reise in die eigene Migrationsgeschichte
Nach Liliane Lijn
Bearbeitung und Übersetzung aus dem Amerikanischen: Gaby Hartel
Regie: Giuseppe Maio
Mit: Liliane Lijn, Corinna Kirchhoff und Frauke Poolman
Komposition: zeitblom
Ton: Boris Wilsdorf

Produktion: Deutschlandfunk 2021
Länge: 49'19

Liliane Lijn, geboren 1939, gehört zu den herausragenden Protagonistinnen der zeitgenössischen Kunst. Neben kinetischen Skulpturen, Soundarbeiten und Performances entwickelt die Künstlerin seit ihrer Zeit im Paris der 1950er-Jahre eine sehr eigene Sprachkunst, die im Deutschlandfunk nun zum zweiten Mal in enger Zusammenarbeit mit Lijn zu einem Hörspiel weiterentwickelt wird. 2023 ist ihr Werk im Münchner Haus der Kunst zu sehen.

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