Der Weg der Sinti-Familie Reinhardt von Auschwitz nach Köln

Die Heimkehr

48:34 Minuten
Familie Reinhardt Ende der 50er-Jahre. Mit Weste und Hut: Karl Josef Reinhardt.
Familie Reinhardt Ende der 50er-Jahre. Mit Weste und Hut: Karl Josef Reinhardt. © Markus Reinhardt/Privat
Von Alexa Hennings · 29.03.2022
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Wenn der Krieg zu Ende ist, treffen wir uns in Köln, darauf hatte Karl Josef Reinhardt alle eingeschworen. 1945 kehrten viele nicht zurück. Ihre Erlebnisse behielt die Musikerfamilie lange für sich.
1940 wurde Karl Josef Reinhardt mit seiner Familie und 1000 anderen Sinti und Roma aus Köln in Richtung Osten deportiert. Nur sechs seiner zwölf Kinder überlebten die Konzentrationslager. Mit ihnen und anderen Sinti machte sich Karl Josef Reinhardt, Bruder der Jazz-Legende Django Reinhardt, 1945 auf den Heimweg von Auschwitz nach Köln. Sein Enkel, der Kölner Musiker Markus Reinhardt, hat diesen Weg und die Geschichten seiner Verwandten erforscht. Er plant, mit einem der traditionellen Wagen den Weg von Auschwitz nach Köln zurücklegen. Unterwegs soll es Konzerte, Lesungen und Gespräche geben. Wir wollen etwas von uns erzählen, es soll nicht nur über uns geredet und geurteilt werden, sagt Reinhardt. Dazu gehört für ihn auch, dass die Gesellschaft akzeptiert, dass er Zigeuner genannt werden will. Er ist stolz auf diesen Begriff.
Der Musiker Markus Reinhardt hält seine Geige ans Kinn gedrückt und spielt
Der Geiger Markus Reinhardt© Victor Dahmen

Die Heimkehr
Der Weg der Sinti-Familie Reinhardt von Auschwitz nach Köln
Von Alexa Hennings

Regie: Anna Panknin
Es sprach: Kerstin Fischer
Ton und Technik: Eva Pöpplein und Thomas Widdig
Redaktion: Christiane Habermalz
Produktion: Deutschlandfunk 2022

Alexa Hennings, 1961 in Dresden geboren, studierte Journalismus in Leipzig und an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Sie arbeitete als Redakteurin und Journalistin und ist seit 1992 freie Autorin für den Hörfunk.