Deutschlands Einsatz in Afghanistan

    Der verlorene Frieden (3/6) - Aufstandsbekämpfung

    22:04 Minuten
    Die afghanische Polizei inspiziert die verbrannten Öltankwagen am Ort eines NATO-geführten Luftangriffs, der auf militante Taliban in Kundus, Nordafghanistan, abzielte, 04. September 2009. Mindestens 50 Menschen wurden getötet, als ein NATO-Luftangriff zwei von den Taliban gekaperte Öltankwagen in der nordafghanischen Provinz Kundus traf, als die Kämpfer Treibstoff an Zivilisten verteilten.
    Mehr als 100 Menschen wurden getötet, als ein von der Bundeswehr angeforderter NATO-Luftangriff zwei von den Taliban gekaperte Öltankwagen in der nordafghanischen Provinz Kundus traf © dpa/epa/Jawed Kargar
    Feature-Serie von Marc Thörner · 28.12.2021
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    Als Reaktion auf den zunehmenden Widerstand erprobt die US-Armee ein scheinbar revolutionäres Konzept. Hilfe erhält die Bevölkerung jetzt erst, wenn sie nachweislich den Widerstand nicht mehr beherbergt und mit den internationalen Militärs zusammenarbeitet - eine Kombination aus Zuckerbrot und Peitsche.
    Unter dem neuen Oberkommandierenden General Petraeus wird COIN („Counterinsurgency“) neue Doktrin der internationalen Truppen in Afghanistan. Vorbild dabei ist ausgerechnet Deutschlands zivilmilitärischer Ansatz – der sich jetzt nicht als deutsche Erfindung, sondern als das Remake eines alten kolonialen Kriegskonzepts erweist. Die militärische Logik überlagert zunehmend die zivile. Unter deutscher Führung fordert ein Bombenabwurf die bis dahin höchste Opferzahl in der afghanischen Zivilbevölkerung.

    Der verlorene Frieden
    Deutschlands Einsatz in Afghanistan
    (3/6) Aufstandsbekämpfung
    Feature-Serie von Marc Thörner

    Regie: Matthias Kapohl
    Es sprachen: Jean Paul Baeck, Martin Bross, Jochen Langner, Marion Mainka, Volker Risch und der Autor
    Ton und Technik: Wolfgang Rixius, Gunther Rose und Oliver Dannert
    Redaktion: Wolfgang Schiller
    Produktion: Deutschlandfunk 2021

    Eine Wiederholung vom 23.02.2021

    Marc Thörner wurde 1964 in Hamburg geboren. Der Journalist und Sachbuchautor erhielt 2009 den Otto-Brenner-Preis für einen investigativen Beitrag über Afghanistan. Schwerpunkte seiner Arbeit sind außerdem die Maghreb-Länder, die Golfstaaten, der Irak und Pakistan.

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