Geheimer jüdischer Widerstand im Holocaust

Versteckt überleben

Fünf Männer stehen im Grunewald in Berlin und posieren für das Foto, sie haben sich beieinander eingehakt. Es ist in Schwarz-Weiß.
Die Illegale Gruppe im Juni 1943 im Berliner Grunewald, v. l. n. r.: Gad Beck, David Billard, Jizchak Schwersenz, Zvi Aviram und Poldi Chones. © Wichern-Verlag
Von Andrew Müller und Fabian Grieger |
1943 galt Berlin offiziell als „judenrein“. Doch einige überlebten im Untergrund – auch Gad Beck und Zvi Aviram, dort, wo heute meine Küche ist. Von hier leiteten sie den „Pionierkreis“, die einzige zionistische Widerstandsgruppe Nazi-Deutschlands.
Mitten in Hitlers Berlin entkommen die Juden Gad Beck und Zvi Aviram gleich mehrere Male knapp den Nazis – und damit der sicheren Ermordung. Sie tauchen ab und retten dutzende andere Mitglieder ihrer Widerstandsgruppe Chug Chaluzi. Die beiden Männer werden Freunde, Liebespartner und später quasi Brüder.
Durch Ausschnitte aus Zeitzeugengesprächen erzählen sie selbst von ihrem Überleben im Untergrund. Von Helfern, die sexuelle Gegenleistungen verlangen, von einem Gestapo-Schläger, der Erschießungsbefehle verweigert oder von jüdischen Greifern, die den Nazis bei Deportationen helfen. 
Nach dem Zweiten Weltkrieg organisieren Gad Beck und Zvi Aviram die Ausreise von Juden nach Palästina – und wandern schließlich selbst dorthin aus. Kann der neugegründete Staat die langersehnte Heimat für die beiden werden? Und wie werden sie auf ihren zionistischen Aktivismus zurückblicken, der am Ende zwar den eigenen Staat und die Rettung vieler jüdischer Leben, aber auch die Vertreibung von Palästinensern zur Folge hatte?

Versteckt überleben
Geheimer jüdischer Widerstand im Holocaust
Von Andrew Müller und Fabian Grieger

Regie: Anna Panknin
Deutschlandfunk 2026
Länge: ca. 43'49

Als freier Journalist schreibt Andrew Müller vor allem für Wochenzeitungen und Magazine

Fabian Grieger lebt in Berlin und arbeitet als freier Journalist u.a. für die Investigativredaktion rbb24 Recherche.

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