Am 18. Januar 1996 starben sieben Kinder und drei Erwachsene bei einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Lübeck. Für die Tat wurde nie jemand verurteilt. Was bedeutet das 30 Jahre später für die Betroffenen und für die Stadt?
Marie und Ray haben überlebt. Doch sie können die schrecklichen Bilder des Brandanschlags auf ihre Unterkunft für Geflüchtete nicht vergessen. Der 18. Januar 1996 hat ihr Leben für immer verändert. Und auch das von Adam, der damals seinen Onkel verlor.
Bis heute ist unklar, wer für die Tat verantwortlich ist. Den Indizien, die auf einen rechten Anschlag hinweisen, wurde kaum nachgegangen. Die Stadt kümmert sich wenig um das Gedenken an die Opfer des zehnfachen Mords.
Wie kann es sein, dass der tödlichste Anschlag der 1990er-Jahre in Vergessenheit zu geraten droht? Warum wäre die Aufklärung dieses Falls auch angesichts steigender Zahlen rechter Gewalt wichtig? Und gibt es überhaupt noch eine Chance auf Gerechtigkeit?
Überlebende des Brandanschlags in Lübeck 1996
Ray Soussou hat den Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Lübeck am 18. Januar 1996 überlebt.
Die Autorinnen arbeiten seit Anfang 2024 zu diesem Thema und waren in diesem Zeitraum auch an den Recherchen für die Webdokumentation Gegen uns zum Brandanschlag 1996 in Lübeck beteiligt.
Ursendung
Unsere Asche wird weiter brennen Lübeck und der tödlichste Brandanschlag der 1990er-Jahre Von Steffi Wassermann und Erika Harzer
Regie: Beatrix Ackers Mit: Monika Oschek Ton und Technik: Michael Kube Dramaturgie: Katrin Moll und Julia Illmer Deutschlandfunk Kultur 2025 Länge: 54'32
Steffi Wassermann arbeitet im Menschenrechtsbereich und als freie Autorin mit einem Fokus auf Radio und Podcast. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören Dekolonisierung, Aktivismus und Antirassismus.
Erika Harzer, Ausbildung zur Diplom-Sozialpädagogin. Autorin und Regisseurin zahlreicher Radiofeatures, Dokumentarfilme und Printreportagen. Ihr Feature „Wenn Kinder nur noch weg wollen“ (BR/Dlf/WDR 2015) wurde mit dem Peter Scholl-Latour Preis 2016 und dem Medienpreis 2016 der Kindernothilfe ausgezeichnet.