Baumwollplantagen und High Fashion

Spitzen-Geschäfte. Eine Textilgeschichte in zwei Teilen (2/2)

52:23 Minuten
Die Lagos Fashion Week im Jahr 2016.
Die Lagos Fashion Week im Jahr 2016. © imago stock&people
Von Katharina Weingartner, Anette Baldauf und Jumoke Sanwo · 09.07.2022
Das österreichische Lustenau ist berühmt für seine Stickereien. In Nigeria gelten sie als Luxusprodukt. Die Vorarlberger Textilindustrie exportiert tonnenweise bestickten Damast nach Westafrika. Wer profitiert vom Geschäft mit der Spitze?
Was Lagos mit Lustenau verbindet, sind die kolonialen Verflechtungen der Textilindustrie, genauso wie das anhaltende Geschäft mit Spitze und Damast. Nachdem im 18. Jahrhundert der Sklavenhandel die westafrikanische Baumwoll- und Textilproduktion zum Erliegen gebracht hatte, rettete im 20. Jahrhundert ausgerechnet die reiche nigerianische Oberschicht die Vorarlberger Stickereibetriebe vor dem Niedergang. Heute produziert das Silicon Valley der Textilindustrie in Lustenau, dem Zentrum der jahrhundertealten Technik der Spitzenstickerei, smarte High-Tech-Stoffe „Made in Austria“, während sich in Nigeria die traditionelle Webkunst zu behaupten versucht.

Spitzen-Geschäfte. Eine Textilgeschichte in zwei Teilen (2/2)          
Teil 2: Made in Austria  
Von Katharina Weingartner, Anette Baldauf und Jumoke Sanwo
Regie: die Autorinnen
Mit: Nicholas Monu, Michou Friesz, Paola Aguilera, Cordula Laisse, Markus Hering, Therese Hämer, David Vormweg
Ton: Peter Harrsch
Produktion: WDR 2021
Länge: 53'12

Katharina Weingartner, geboren 1964, produziert als Filme- und Radiomacherin, Autorin, sowie als Kuratorin Projekte zu Pop- und Gegenkulturen, Politik, Konsum und Musik mit Schwerpunkt auf afro-amerikanischer Kultur und Politik. Sie lebt in Wien.

Anette Baldauf ist Professorin für Epistemologie und Methodologie an der Akademie der bildenden Künste Wien. In kontinuierlichen Kollaborationen mit Künstler*innen untersucht sie die Schnittstelle von Raumproduktion, Ökonomie und Gender. Sie lebt in New York und Wien.

Jumoke Sanwo ist eine visuelle Geschichtenerzählerin aus Lagos, Nigeria. Sie studierte Anglistik an der Obafemi-Awolowo-Universität Ile-Ife in Nigeria. Zu ihren künstlerischen Ausdrucksmitteln gehören Fotografie, Videokunst und virtuelle Realität. Sie arbeitet zu ihrem eigenen postkolonialen Umfeld und reflektiert über Selbstwahrnehmung und Teilung, die sie in Zeit und Raum erlebt. Ihre Arbeiten befassen sich mit afro-ästhetischen Fragen und hinterfragen die Narration des aktuellen Entkolonialisierungsdiskurses.

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