Der brasilianische Pianist und Dirigent João Carlos Martins

Maestro der Comebacks

54:14 Minuten
Konzert von Dirigent Joao Carlos Martins im Jahr 2021 in Sao Paulo, Brasilien. Zu sehen: Der Dirigent am Pult.
Konzert von Dirigent Joao Carlos Martins im Jahr 2021 in Sao Paulo, Brasilien. © picture alliance / Leco Viana
Von Jean-Claude Kuner · 03.01.2023
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Der brasilianische Pianist und Dirigent João-Carlos Martins gehört zu den zu Unrecht vergessenen großen Bachinterpreten des 20. Jahrhunderts. Eine Lebensgeschichte so ungewöhnlich wie seine Musik.
Jeder in Brasilien kennt ihn unter dem Namen „Maestro“. Als Wunderkind gefeiert, vom legendären Alfred Cortot gefördert, startet der 1940 geborene brasilianische Pianist João Carlos Martins in eine glänzende Zukunft. Sein Auftritt in der Carnegie Hall 1962 macht ihn schlagartig berühmt. Mit seinen Bachinterpretationen wird er bereits mit Glenn Gould verglichen. Doch dann behindern Krankheit und Unfälle seine Karriere, denen er mit unglaublichem Überlebenswillen und Kreativität trotzt. Immer wieder startet er erfolgreiche Comebacks. 2002 streiken seine Hände dann endgültig. Er wird Dirigent und gründet in São Paulo sein eigenes Orchester. 2019, dank der Erfindung bionischer Handschuhe, ein überraschendes weiteres Comeback. Zum ersten Mal nach mehr als 20 Jahren spielt er wieder Klavier. 33 Millionen Menschen sehen weltweit das Instagram-Video. In Europa etwas vergessen, gehört er heute zu den Superstars der brasilianischen Musikszene. Er wird von Jung und Alt gefeiert und für sein soziales Engagement und seine Widerstandskraft bewundert.

Ursendung
Maestro der Comebacks
Der brasilianische Pianist und Dirigent João Carlos Martins
Von Jean-Claude Kuner
Regie: der Autor
Mit: Dietrich Hollinderbäumer, Regina Lemnitz, Christoph Gawenda, Eva Meckbach und dem Autor
Ton und Technik: Michael Kube
Produktion: WDR/Deutschlandfunk Kultur 2022
Länge: 54'06

Jean-Claude Kuner, geboren 1954 in Basel, arbeitete von 1982 bis 1996 als Theater- und Opernregisseur, seit 1996 als Rundfunkautor und -regisseur mit dem Schwerpunkt Kulturthemen aus fremden Ländern. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. für „Traumrollen" (Deutschlandfunk/HR 2013) − Hörspiel des Jahres 2013, und für „Bukhara Broadway" (RBB/Deutschlandfunk/NDR 2012) − 2013 von der Asia-Pacific Broadcasting Union als bestes Feature geehrt. Zuletzt: „Fake Family – Menschenverleih in Japan“ (Deutschlandfunk Kultur/WDR 2019), „Im Schatten des amerikanischen Traums − Die Audiotagebücher des Künstlers David Wojnarowicz" (RBB 2020), „Matsutake. Ein Pilz im Anthropozän" (Deutschlandfunk Kultur 2021) und „Leben ohne Giuseppe“ mit Roswitha Quadflieg (Deutschlandfunk Kultur 2022).

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