Hörspiel: Familie und Flucht in Siebenbürgen

    Verschwinden

    57:29 Minuten
    Drei Frauen aus drei Generationen einer Familie arrangieren sich unterschiedlich mit dem Leben.
    Drei Frauen aus drei Generationen einer Familie arrangieren sich unterschiedlich mit dem Leben. © EyeEm / Raymond Shi
    Von Elise Wilk · 13.10.2021
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    Drei Frauen aus drei Generationen einer Familie erleben im rumänischen Siebenbürgen eine Gesellschaft in Auflösung. Eine arrangiert sich. Eine geht. Eine bleibt. Drei Leben in einem politisch unruhigen Land.
    Das Hörspiel erzählt die Geschichte einer siebenbürgischen Familie von 1945 bis heute. Kathi, Martha und Emma gehören zur deutschen Minderheit der Siebenbürger Sachsen in Rumänien. Jede von ihnen muss sich anders mit dem Leben arrangieren: Kathi kann sich 1945 vor der Deportation nach Sibirien retten, indem sie einen Rumänen heiratet. Martha flieht im Winter 1989/90 – nur Tage vor dem Ende der Ceauşescu-Diktatur. Kurz vor dem Beitritt Rumäniens zur EU 2007 entscheidet sich ihre Tochter Emma zu bleiben. "Als ich in den frühen 1980er Jahren geboren wurde, hatte bereits die Hälfte meiner Familie Rumänien verlassen. Dann begannen die Ankündigungen, dass Freunde oder Bekannte sich im Ausland niederließen ... Ab einem gewissen Punkt tut es nicht mehr weh ... Und dann ein Gedanke wie ein Schatten: Wenn alle gehen, dann wirst du Ausländer in deinem eigenen Land. Bist du dann zu Hause?" (Elise Wilk)

    Ursendung
    Verschwinden
    Von Elise Wilk
    Übersetzung aus dem Rumänischen: Frank Weigand, Ciprian Marinescu
    Regie: Cordula Dickmeiß
    Mit: Anja Schneider, Philipp Engelhardt, Uta Hallant, Luise Wolfram, Ole Lagerpusch, Linn Reusse, Michael Wittenborn, Vanessa Loibl, Moritz Grove, Nico Holonics
    Ton und Technik: Andreas Stoffels und Gunda Herke
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021
    Länge: 56'30

    Elise Wilk, geboren 1981 in Braşov, Rumänien, ist eine der meistgespielten Dramatikerinnen der jungen Generation in Rumänien. Sie studierte Journalismus in Cluj-Napoca, Literatur und Kommunikation in Braşov und Szenisches Schreiben in Târgu Mureş. 2008 erhielt sie für ihr erstes Stück "Es geschah an einem Donnerstag" den rumänischen Dramatikerpreis "dramAcum". Ihre Stücke wurden bisher in 10 Sprachen übersetzt.
    In Rumänien erhielt sie u. a. den Preis der irischen Botschaft Bukarest für Nachwuchsdramatiker (Die grüne Katze, 2013), ihre Texte wurden ausgezeichnet als Stück des Jahres (Papierflieger, 2015) und Monodrama des Jahres (Krokodil, 2017).
    Sie nahm an internationalen Programmen wie dem Forum Junger AutorInnen der Theaterbiennale Wiesbaden (2014), dem Dramatiker-Programm Hot Ink in New York (2015) und Fabulamundi.Playwriting Europe (2013-2020) teil.