Hörspiel von Michel Decar

    Schere Faust Papier

    Ein Ausschnitt aus dem Kupferstich "Der heilige Antonius, von Dämonen gepeinigt" von Martin Schongauer (1445/50-1491)
    Dämonen lassen sich durch die Geschichte der Menschheit treiben. © imago / United Archives
    Von Michel Decar · 02.02.2022
    Hier ereignet sich Geschichte mehrfach – als Tragödie, als Farce, als ZDF-Zweiteiler, Telenovela, Eventmovie, Historienstreifen, Dokumentarfilm, Geschichtsfälschung und schließlich als Hörspiel.
    Drei Protagonistinnen stürzen durch den Strudel der Menschheitsgeschichte, werden mitgerissen und treiben ihn an. Am Ende schauen sie sich verwundert um und fragen sich, wie das alles passieren konnte. Das Stück war Hörspiel des Monats Januar 2017, die Jury begründete: "Eine irrwitzig und unerbittlich bis in die Science-Fiction voranschreitende Geschichte der Kriege, Revolutionen, Entdeckungen und Landnahmen… Ohne Moral und zugleich voller Bedenken sind die drei sowohl Akteure wie distanzierte Beobachter und dies so beiläufig und zugleich absichtsvoll, dass es einem schwindelt. Dabei zeugen ihre Betrachtungen von einem weiteren Schlachtfeld: dem der Deutungshoheit, der Phrasen und sprachlichen Regelungen."

    Schere Faust Papier
    Von Michel Decar
    Regie: der Autor
    Mit: Anne Kulbatzki, Josefine Israel, Juno Meinecke
    Komposition: Lukas Darnstädt
    Ton und Technik: Alexander Brennecke, Eugenie Kleesattel
    Produktion: DKultur 2016
    Länge: 48'10
    Eine Wiederholung vom 16.01.2017

    Michel Decar, geboren 1987 in Augsburg, ist Autor und Regisseur. Seine Stücke wurden an zahlreichen Theatern im In- und Ausland inszeniert (u.a. am Maxim Gorki Theater Berlin, Thalia Theater Hamburg, Residenztheater München, Schauspielhaus Zürich) und mit Preisen ausgezeichnet. 2020 lief sein Film "Europa zum Beispiel" im Wettbewerb des Max Ophüls Preises, 2021 erschien sein zweiter Roman "Die Kobra von Kreuzberg". Seit 2014 Hörspiele für Deutschlandfunk Kultur, zuletzt: "Rex Osterwald" (2021).