Krimi: Psycho-Thriller über Paranoia und Kontrollwahn

Der Wachmann

54:30 Minuten
Zufahrt zu einem Parkhaus
© picture alliance / Karl-Heinz Spremberg
Nach dem Roman von Peter Terrin · 31.01.2022
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Während alle Bewohner ihre Apartments verlassen, harren zwei Nachtwärter in der Tiefgarage eines luxuriösen Wohnkomplexes aus. Von der Außenwelt isoliert, sind sie sich selbst und ihren Wahnvorstellungen überlassen.
Michel und Harry sind Wachmänner in einem Wohnblock mit Luxusapartments. Ihren Dienst verrichten sie in der Tiefgarage des Gebäudes, von dort kontrollieren sie den Zugang zum Haus. Die Außenwelt erblicken sie nur durch das Garagentor: Und dort muss sich etwas Apokalyptisches zugetragen haben, denn nach und nach verlassen die Bewohner den Block. Aber Michel und Harry halten mit eiserner Disziplin die Stellung: bürsten ihre Uniformen, kontrollieren mehrmals täglich ihre Munition, beginnen in Schichten zu schlafen. Bestimmt wird ihnen bald ein wichtigeres Objekt anvertraut, sie müssen nur durchhalten, sich aufopfern. Doch als ein dritter Wachmann in der Tiefgarage auftaucht, eskaliert die Situation. Ist er geschickt worden, um die beiden zu überprüfen? Oder hat er es auf den letzten verbliebenen Bewohner abgesehen? Peter Terrins Psychothriller erzählt mit grotesker Komik von dem stetig wachsenden Kontrollwahn, der unsere Gesellschaft beherrscht. Eine Gesellschaftssatire über Isolation im Kapitalismus.

Der Wachmann
Nach dem Roman von Peter Terrin
Bearbeitung und Regie: Steffen Moratz
Mit: Matthias Bundschuh, Martin Reik, Lennart Hillmann, Michael Klammer, Gerd Wameling
Ton: Thomas Monnerjahn und Sonja Rebel
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020
Länge: 54'24
Eine Wiederholung vom 17.02.2020

Peter Terrin, 1968 im belgischen Tielt geboren, gehört zu den wichtigsten Stimmen der flämischen Literatur. Er veröffentlichte Erzählungen, Theaterstücke und bislang sieben Romane, darunter "Der Wachmann", für den er 2010 den Literaturpreis der Europäischen Union erhielt, und "Post Mortem", der 2012 mit dem niederländischen AKO-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Seine Werke wurden in über fünfzehn Sprachen übersetzt.