Konsum und Konkurs (4/6) Abschiedstour durchs Warenhaus

Spielwarenabteilung

Das Centrum-Earenhaus in Chemnitz ist zu sehen. Sehr viele kleine Fenster reihen sich hier aneinander. Die Fassade ist schmutzig. Die Filiale ist ausgeschnitten und vor einen Hintergrund gelegt, der an eine Retro-Tapete aus den 70ern erinnert.
Das Centrum-Warenhaus Chemnitz © imago / Harry Haertel / Grafik Deutschlandradio [M] uo
Von Manuel Gogos und Christoph Spittler |
In der Kindheit der Autoren gab es schöne Wochenendausflüge mit den Eltern ins Kaufhaus der nahegelegenen Großstadt. Konsumlehre pur. Bald zog die Gegenkultur der Hippies in die Warenhäuser ein und dann brannten bald Kaufhaus und Kinderparadies.
Karstadt, Kaufhof, Hertie und Horten waren die „großen Vier“ des deutschen Wirtschaftswunders. Die Kids träumten, die Spielzeugabteilung könnte wie im Märchen vom Nussknacker nachts zum Leben erwachen. Bald luden die Schaufenster ein in halluzinogene Erlebniswelten.
In Brüssel kommen bei einem Kaufhausbrand im L'innovation 250 Menschen ums Leben. In der Nacht auf den 3. April 1968 brennen zwei Frankfurter Kaufhäuser, eines der Feuer wurde in der Kinderabteilung von Karstadt gelegt. Inspiriert von einem Flugblatt der Berliner Kommune 1: „Wann brennen die Berliner Kaufhäuser? - Burn, warehouse, burn!“
Sie können diese Produktion sowohl in 3D Dolby Atmos als auch in einer binauralen Mischung erleben. Für das bestmögliche Klangerlebnis empfehlen wir, Kopfhörer zu verwenden.

Konsum und Konkurs. Abschiedstour durchs Warenhaus (4/6)
Teil 4: Spielwarenabteilung
Von Manuel Gogos und Christoph Spittler

Sprecherinnen: Lisa Bihl und Maya Bothe
Ton und Technik: Christoph Rieseberg und Thomas Widdig
Regie: Philippe Brühl
Redaktion: Barbara Schäfer und Lisa Steck
Deutschlandfunk 2025

Zu Teil 3 der Serie Konsum und Konkurs. Abschiedstour durchs Warenhaus

Teil 5 am 22.05.2025, 20.30 Uhr, Deutschlandfunk

Manuel Gogos, 1970 in Gummersbach geboren, ist Sohn deutsch-griechischer Eltern und lebt in Bonn. Der promovierte Literaturwissenschaftler ist Autor und Ausstellungsmacher.
Zu seinen Arbeiten gehören zahlreiche Radio-Features, Fernseh-Dokumentationen und u.a. das von der Kulturstiftung des Bundes initiierte »Projekt Migration« für das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. (DOMiD).
Gogos war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Seminar der Universität Bonn, Literaturkritiker und hatte Lehraufträge u.a. an der Humboldt-Universität.

Christoph Spittler, geboren 1969 in Niedersachsen und aufgewachsen in Salzgitter-Bad, ist seit seinem Ethnologiestudium begeisterter Milieusurfer. Seit Anfang der 90er lebt er in Berlin. Überall entdeckt er fremde Kulturen und ist fasziniert von Glanz und Elend des globalen Kapitalismus. Seit 1993 hat Spittler zahlreiche Radio-Features produziert, zuletzt „Böse Orks, gierige Ferengi“ über Rassismus in Fantasy und Science Fiction (2024) sowie „Vermaledeit seyst du. Geschichte der Hassrede“ (2023) „Going native. Die Faszination des kulturellen Seitenwechsels“ (2022) im Deutschlandfunk.

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