Wechseljahre im Kapitalismus

    Das Menopausending

    Eine Frau mit dunklen Locken. Quer über das Bild geht ein roter Streifen Farbe.
    Was macht das Klimakterium mit einem Menschen? © Unsplash / Stephany Lorena
    Von Barbara Eisenmann · 01.12.2022
    • Doku • Die Menopause hat einen schlechten Ruf. „Was kann man dagegen machen?“, werden Ärzte oft gefragt. In den 80ern wurden von Aktivistinnen ganz andere Fragen gestellt. Feature über Wechseljahre und feministische Theorie.
    Die neoliberale Selbstoptimierung macht auch vor der Menopause nicht halt. Durch den medizinischen Diskurs geistert das Klimakterium als Risiko, das die betroffene Person managen soll. Auch die sogenannte „Schönheits-Industrie“ bietet ihre speziellen Lösungen an: Anti-Aging und Lifestyling mit Botox, Kunstbrüsten, Vulvendesign. Und Ärztinnen und Ärzte sind in dieser Phase sowieso beschäftigt, mit Hormonpräparaten und Gebärmutterentfernungen.
    Für die Autorin bringt die Auseinandersetzung mit den Wechseljahren auch Erinnerungen an wichtige Theorietexte, die sie geprägt haben. Außerdem spielt in ihrem Hörstück ein Dokumentarfilm aus den 80er-Jahren eine zentrale Rolle: „Privilege“ von Yvonne Rainer. Im Sprechen über die Menopause wirft das Feature nicht zuletzt einen Blick auf die kapitalismus- und sprachkritischen Wurzeln des Feminismus.

    Das Menopausending
    Und: Ist das alles?
    Von Barbara Eisenmann
    Regie: die Autorin
    Mit: Marina Behnke, Inga Busch, Bernhard Schütz, Eva Brunner, Simone Kabst und Sesede Terziyan
    Ton: Frieder Butzmann
    Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014
    Länge: 53'57
    Eine Wiederholung vom 23.08.2014

    Barbara Eisenmann, geboren 1960, studierte Hispanistik und Germanistik, lebt als Radioautorin und Regisseurin in Berlin. Zuletzt: „Vor, während oder nach der Apokalypse. Wo stehen wir heute?“ (SWR/Deutschlandfunk 2020) und „Spiel mir das Lied vom Lithium“ (SWR/Deutschlandfunk 2022).