Was sitzt, das sitzt

Mitglieder des Stuttgarter Balletts tanzen zu Igor Strawinskys Musik "Le sacre du Printemps", in der Choreographie von Glen Tetley. © AP Archiv
Von Ulrike Burgwinkel und Simonetta Dibbern · 25.04.2010
Es ist nicht nur der Kopf, der sich erinnert. Auch der Körper hat ein Gedächtnis. Früh gelernte Bewegungsabläufe wie Fahrradfahren und Schwimmen werden ein Leben lang gespeichert. Oder Klavierspielen: Auch nach Jahren kennen die Finger die Läufe immer noch.
Was sitzt, das sitzt. Tänzer memorieren unendlich viele, komplizierte Schrittfolgen, Sprünge und Drehungen. Manche Ballerina kennt ihre Pirouetten noch, wenn sie selbst gar nicht mehr tanzen kann.

Die Musik stützt das Körpergedächtnis. Sie dient außerdem dazu, Erinnerungen wieder ins Bewusstsein zu holen, zum Beispiel bei Demenzkranken. Wie überhaupt wirken alle fünf Sinne auf das non-mentale Gedächtnis ein, genauer auf den Mandelkern oder Hypothalamus, den Speicherort für emotionale Erinnerungen? Die Wirkung scheint immens, und deswegen ist es auch so schwer, einmal Gelerntes zu korrigieren und Abgespeichertes zu vergessen.