Verkorkste Orte im Revier

Das Ruhrgebiet versinkt im Smog: Ein Blick vom Essener Rathaus am 17.1.1985 auf die Essener Innenstadt © AP
Von Ulrich Land · 30.06.2009
Postindustrielle Brachen, lieb und leblose Einkaufszonen, missratene Kulturzentren, betongraue Straßenzüge - auch wenn das Ruhrgebiet kurz davor steht, als Europas Kulturhauptstadt zu glänzen, existieren hier doch immer noch zahllose Standorte, die das Etikett "städtebauliche Problemzone " mehr als verdient haben.
Viele dieser verkorksten Revierplätze stellen die Erblast der Montanindustrie dar, nicht wenige aber sind auch in den letzten Jahren hinzugekommen. Um diese urbanen Wüsten zu beleben, setzen fast alle größeren Ruhrgebietsstädte auf die Ansiedlung von Designern, die ihrerseits wenig Interesse daran zeigen. In Hagen versucht man, eine an Hässlichkeit nicht zu überbietende Stadtautobahn in den Stand eines Kunstwerks zu heben. Stadtplaner und Anwohner, Investoren und Bürgermeister, Architekten und Kioskbesitzer stellen sich die bange Frage, ob die hochsubventionierten Kulturhauptstadt-Events Fehlplanungen befördern oder eine auch nach 2010 noch spürbare Langzeitwirkung entfalten werden und womöglich einigen Stadtquartieren nachhaltig einen Funken Leben einhauchen können.

Deutschlandfunk 2009

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