Träume von Schambala

Ein buddhistisches Kloster steht vor der Kulisse des Himalayas in Nordindien © AP Archiv
Von Ernst von Waldenfels · 22.01.2013
1925 brach der russische Maler und Guru Nikolai Roerich zu einer mehrjährigen Expedition auf, deren Ziel es war, zu den heimlichen Herrschern der Welt, den Mahatmas im Himalaya, Kontakt aufzunehmen.
Inspiriert von seiner Frau Helena, die angeblich mit einem der Mahatmas in telepathischem Kontakt stand, und finanziert von einem reichen New Yorker Börsenmakler, führte ihn sein Weg zuerst nach Moskau. Dort fand er Unterstützung beim Geheimdienst, wo Gleb Boki, Leiter der Chiffrierabteilung und Gründer der ersten Arbeitslager, gleichfalls nach einem Weg suchte, mit jenem "unübertroffenen Zentrum der alten Wissenschaften" in Kontakt zu treten.

Zwar gelang es nicht, die Mahatmas zu finden, doch seine Bücher und Bilder von der Expedition machten Roerich schließlich so bekannt, dass es ihm gelang, bei Präsident Roosevelt persönlich Unterstützung für einen weiteren Anlauf zu finden.

Finanziert vom Landwirtschaftsministerium der USA, endete diese Expedition in einem Skandal, der schließlich zum Sturz des selbst ernannten Propheten führte. In Russland jedoch gilt das von den Roerichs entworfene Agni Yoga als einflussreichste esoterische Lehre der Gegenwart.


DLF 2013

Buchtipp:
Ernst von Waldenfels: Nikolai Roerich. Kunst, Macht und Okkultismus.
Osburg Verlag, 460 Seiten, gebunden,
26,90 Euro, 39,90 Schweizer Franken, 27,70 Euro (Österreich)
ISBN 978-3-940731-71-5