Theodor W. Adorno im Praxistest

Das richtige Leben im falschen

52:46 Minuten
Ein Nahaufnahme von Theodor W. Adorno vor schwarzem Hintergrund. Er trägt eine Hornbrille und schaut aufmerksam dem Betrachter entgegen.
Undatierte Aufnahme des deutschen Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno (1903-1969). © picture-alliance / dpa / Bifab
Von Christoph Spittler  · 28.07.2019
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„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ – Theodor W. Adornos berühmter Satz ist längst zum Kalenderspruch mutiert. Klein-klein-Aktivismus in einer grundkaputten Welt ist sinnlos, scheint er zu sagen. Dabei kommentierte der Sozialphilosoph damit ursprünglich nur – Wohnungseinrichtungen.
Die Aphorismensammlung ,Minima Moralia’, aus denen das Zitat stammt, erschien 1951 - doch Adornos Diktum wirkt ziemlich aktuell. Auch der engagierte Bürger der Gegenwart fragt sich, ob Mülltrennung, Flüchtlingshilfe und Spenden gegen den Welthunger nicht letztendlich nur die Fortexistenz des ausbeuterischen Weltkapitalismus befördern.
Dennoch lebt das wie auch immer ‚Richtige’ hartnäckig im ‚Falschen’ weiter.
Was kann es bedeuten, das ‚Richtige’ in einem ‚falschen Kontext’ zu tun, und wie ‚richtig’ ist es dann noch? Bankbetrüger, effektive Altruisten und Pornodarstellerinnen: Die Sendung zeigt Menschen, die versuchen, in ‚falschen’ Zusammenhängen das ‚Richtige’ zu tun.
Theodor W. Adornos Tod jährt sich am 6. August 2019 zum 50. Mal.

Das richtige Leben im falschen
Theodor W. Adorno im Praxistest
Von Christoph Spittler

Regie: Philippe Bruehl
Es sprachen: Anja Taschenberg, Michael Evers und Ole Lagerpusch
Ton und Technik: Hermann Leppich
Redaktion: Klaus Pilger

Produktion: Dlf 2019


Anmerkung der Redaktion: Für die Online-Audiofassung dieses Features wurden in einigen O-Tönen die Stimmen verfremdet.