Soundart zwischen Mensch und Maschine

    Ventrilogues (2/2)

    54:35 Minuten
    Illustration zum Hörstück "Lovotic"
    Illustration zum Hörstück "Lovotic" © Stephan Crasneanscki
    10.09.2021
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    Sprechende Maschinen sind fast alltäglich. Aber wer spricht hier für wen: Wir durch Maschinen oder Maschinen durch uns? Künstlerische Positionen von Soundwalk Collective mit Charlotte Gainsbourg und Atom™ sowie Jessica Ekomane und Rully Shabara.
    Das CTM Festival und Deutschlandfunk Kultur versammeln künstlerische Positionen zu Stimmen im Zeitalter ihrer technischen Synthetisierbarkeit:
    In "Lovotic" fragt das Soundwalk Collective gemeinsam mit Charlotte Gainsbourg und Atom™: Welche Auswirkungen haben verschwindende Normierungen auf Intimität und sexuelles Begehren? Über die Jahrhunderte hinweg hat der Mensch starre Codes und enge Kategorien für Sexualität und Geschlecht konstruiert. Dem setzt das Hörstück datengetriebene Erotik, sich auflösende Identitäten und sexuelle Entgrenzung entgegen.
    Wenn der Vokalkünstler Rully Shabara den Mund öffnet, ertönen Laute aus der Maschinenwelt: vom kaputten, elektronischen Fiepen bis hin zu Sounds, die an einen trashigen Horrorfilm erinnern. In "Obsolescence" arbeitet die Elektronikmusikerin Jessica Ekomane mit Aufnahmen seiner Stimme.
    Für ein optimales Hörerlebnis bitte Kopfhörer benutzen!
    LOVOTIC
    Von Soundwalk Collective
    in Zusammenarbeit mit Charlotte Gainsbourg und Atom™
    Mit: Lyra Pamuk, Paul B. Preciado und Willem Dafoe
    Produktion: CTM Festival/Deutschlandfunk Kultur 2021
    Länge: 25'
    Obsolescence
    Von Jessica Ekomane und Rully Shabara
    Produktion: CTM Festival/Deutschlandfunk Kultur 2021
    Länge: 25'
    Raumklanginstallation im Rahmen des CTM-Festivals, 3. – 12. September, Vollgutlager Berlin

    Ursendung
    Ventrilogues (2/2)
    Produktion: CTM Festival/Deutschlandfunk Kultur 2021
    Länge: 54'30
    Teil 1 finden Sie hier.

    Das Soundwalk Collective, gegründet 2000, ist ein experimentelles Duo, bestehend aus Stephan Crasneanscki und Simone Merli. Ausgangspunkt ihrer aufwendigen Klangarbeiten ist zumeist eine bestimmte Topografie – mal ist das ein realer, mal ein artifizieller Ort. Zusammenarbeit mit zahlreichen renommierten Künstlerinnen und Künstlern, darunter Patti
Smith, Mulatu Astatke, Nan Goldin, Jean-Luc Godard und Sasha Waltz. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: "The Peyote Dance" (2020).
    Jessica Ekomane bewegt sich zwischen Klangkunst, experimenteller Musik und bildender Kunst. 2019 war sie eine von sechs Kunstschaffenden, die auf der Biennale in Venedig die Installation von Natascha Süder Happelmann im Deutschen Pavillon bespielten.
    Rully Shabara ist Vokalkünstler und für seine raffinierten erweiterten Stimmtechniken bekannt. Er ist Teil des Duos Senyawa, das verschiedene alte javanesische Musiktraditionen in zeitgenössische und experimentelle Kontexte überführt.