Pu'uhonua O Waimanalo

Von Marlene Küster |
Hawaii. In den Bergen nordöstlich von Honolulu haben sich Ureinwohner, die Kanaka Maoli, eine neue Existenz aufgebaut. Sie verwalten das Dorf Pu`uhonua O Waimanalo selbst, bauen die Knollenpflanze Taro an und leben nach alten Traditionen.
Für dieses Stück Land hat der 54-jährige Dennis Kanahele hart gekämpft. Er ist in der Gegend groß geworden, bemerkte immer mehr indigene Obdachlose und besetzte Anfang der 90er-Jahre den Strand von Makapuu. Hier entstand das Dorf, das erste Dorf für eingeborene Hawaiianer seit dem Jahre 1900. Damals hatten die USA die Insel annektiert; 1959 erklärten sie sie zum 50. US-Bundesstaat.

Von den heute 1,3 Millionen Einwohnern sind nur noch 250 000 Indigene. Wie der 84-jährige Kekuni Blaisdell. Er studierte in Chicago Medizin, Anfang der 70er-Jahre kehrte er nach Hawaii zurück. Dann erst erlernte er seine Muttersprache, deren Gebrauch bis dahin verboten gewesen war. Seitdem beschäftigt er sich mit der indigenen Geschichte und befürwortet mehr Souveränität für Hawaii. Aber sind die jungen Hawaiianer noch bereit, auf amerikanische Werte zu verzichten? Oder geht es eher um den Abschied vom American way of life?

Produktion: Deutschlandfunk 2009