pssst Leopard 2A7+
Konzeption und Umsetzung: Natascha Sadr Haghighian
Sprecher: Stephan Thierbach und Barbara Becker
Ton und Technik: Andreas Narr und Eugenie Kleesattel
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014
Länge: 47'09
Eine Wiederholung vom 01.08.2014
Klangkunst über Aufrüstung
Wie klingt ein Kampfpanzer, der Leopard heißt? © picture alliance / Philipp Schulze / dpa
pssst Leopard 2A7+
47:16 Minuten

Im Rüstungsexportbericht stößt die Klangkünstlerin Natascha Sadr Haghighian 2014 auf den Panzer Leopard 2A7+. Seine Besonderheit: Er ist nicht für den Krieg gegen einen äußeren Feind gebaut.
„pssst Leopard 2A7+“ ist eine klangliche Untersuchung aus dem Jahr 2014. Im Zentrum stehen die offenen Geheimnisse um den Panzer, der Leopard heißt: Er wird gebaut, um gegen innere Feinde vorzugehen – zur Befriedung von Unruhen, Protesten und Aufständen im urbanen Raum. Fiktive Fieldrecordings von den Produktions- und Einsatzorten, manipulierte Geräusche aus dem Kettenfahrzeug und Briefe an den Leopard entwerfen eine ambivalente Szenerie. Die scheinbar eindeutigen Funktionen des Kriegsgerätes werden unterwandert. Das Tier trennt sich vom Kettenfahrzeug.

Feldaufnahmen vom Feldeinsatz des Leoparden-Panzers© Natascha Sadr Haghighian
Dank an Erik Wiegand, Marcus Gammel, Ute Waldhausen, Daniela Reina T'éllez, Ayse Guelec (Aysche Guelech), Pola Sieverding, Jasper Kettner, Esther Schelander und die Panzerlehrbrigade 9 der Bundeswehr.
Natascha Sadr Haghighian ist Künstlerin. In ihren Arbeiten setzt sie sich unter anderem kritisch mit Biografien im Kunstkontext auseinander. 2019 bespielte sie unter dem Pseudonym „Natascha Süder Happelmann“ – ein Kondensat aus Autokorrekturen und einer Fehlschreibung öffentlicher Stellen ihres eigenen Namens – den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig.
