Knallfunken oder der Missbrauch von Heeresgerät

Unbekannter französischer Fußsoldat im Jahr 1918.
Unbekannter französischer Fußsoldat im Jahr 1918. © AP-Archiv
Von Jochen Meißner |
Die Geschichte des Krieges in den akustischen Aufzeichnungs- und Übertragungsmedien beginnt vor Radio und Hörspiel. Kaiser Wilhelms II. berühmte Kriegsrede an das deutsche Volk ("Es muss denn das Schwert nun entscheiden") vom 6. August 1914 wurde zwecks Überlieferung nachträglich einem Fonografen anvertraut.
Der Erste Weltkrieg war auch Geburtshelfer des Radios als Echtzeitmedium. Der gerne zitierte Terminus vom Radio als "Missbrauch von Heeresgerät" geht auf die Funker des Ersten Weltkriegs zurück, die nicht nur militärische Meldungen über ihre Funkgeräte sendeten, sondern auch Zeitungsartikel vorlasen oder Unterhaltungsmusik brachten. "Knallfunken ..." blickt auf die Transformationen des Krieges und seiner Repräsentation im Hörspiel zurück.

Regie: Der Autor
Darsteller: Astrid Meyerfeldt und Bernhard Schütz
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2009
Länge: 54'29

Jochen Meißner, geboren 1966, Hörspielkritiker und Feature-Autor. Zuletzt in DKultur zusammen mit Frank Kaspar: "Ich bin unterwegs zum Büro, ich bin unterwegs zu mir - Arbeitswelten im Hörspiel, eine Werkschau" (2006).