Klangkunst: Schwarzmarktklänge und Guerillapoesie

    Mshika-Shika

    53:57 Minuten
    Der Klangkünstler und Performer Masimba Hwati
    Der Klangkünstler und Performer Masimba Hwati © Thomas Kaestenbauer
    Von Masimba Hwati · 22.10.2021
    Audio herunterladen
    Die Guerillaradios im simbabwischen Unabhängigkeitskrieg und der Schwarzmarkt von Harare: Diese Klangräume begreift der Klangkünstler Masimba Hwati als Orte des Widerstands gegen koloniale und postkoloniale Machtstrukturen.
    Der Schwarzmarkt von Harare könnte das sein, was der Philosoph Achille Mbembe einen Ort "politischer Improvisation" nennt: Vor aller Augen versteckt, sichtbar und unsichtbar zugleich, ist er ein Gegenentwurf (post)kolonialer Gewaltverhältnisse. Er ist das Börsenparkett der Straße: gedämpfte Stimmen, verführerische Angebote, dubiose Blicke. Der Klang abgenutzter Geldscheine, rasend schnell durch die Finger geblättert.
    Diese Soundaufnahmen verschränkt der Künstler Masimba Hwati mit Radiomitschnitten aus der Zeit des Unabhängigkeitskriegs in Simbabwe von 1964 bis 1979. Für die Befreiung von der britischen Kolonialmacht spielte die Weitergabe von Informationen per Guerillaradio eine zentrale Rolle.
    Ein Hörstück über alternative Machtstrukturen, kollektive Selbstermächtigung, über Aufbegehren und Widerspenstigkeit.

    Ursendung
    Mshika-Shika
    Schwarzmarktklänge und Guerillapoesie
    Von Masimba Hwati
    Stimme und Xizambi: Lukha Mukhavele
    Stimme: Alois Moyo und Masimba Hwati, Markus Westphal, Michael Fischer, Vivien Mercedes Jester, Laura Anh Thu Dang, Dean Ruddock, Luka Mukhavhele, Georg Milz
    O-Töne: Robin Douglas Hwati, Florence Maidei Hwati, Konstantin Bayer und Bianka Voigt
    Ton: Lefteris Krysalis und Vivien Mercedes Jester
    Dramaturgische Begleitung: Nathalie Singer und Marcus Gammel
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur/Bauhaus–Universität Weimar/Goethe-Institut/Galerie Eigenheim 2021
    Länge: ca. 54'30
    Das Hörstück entstand im Rahmen der Radio Art Residency Weimar, ein Projekt des Goethe-Instituts und des Experimentellen Radios an der Bauhaus-Universität Weimar in Kooperation mit der Hochschule für Musik Franz Liszt, Deutschlandfunk Kultur, der Thüringer Landesmedienanstalt, der EIGENHEIM Weimar/Berlin und der ACC Galerie Weimar.

    Masimba Hwati wurde in Mhondoro, Simbabwe, geboren. Sein künstlerischer Ansatz ist interdisziplinär, umfasst Sound, Video, Performance und bildnerische Ausdrucksmittel. Im Moment ist er Doktorand an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 2019 war er Gast des Sommerprogramms "Skowhegan School of Painting and Sculpture". Einzel- und Gruppenausstellungen in Belgien, Simbabwe, Südafrika, Deutschland, USA, Frankreich und Kanada. Gemeinsam mit den beiden Künstlern Chikonzero Chazunguza und Gareth Nyandoro gestaltete er auf der 56. Biennale von Venedig den simbabwischen Pavillon.