Klangkomposition zu Wolfgang Hilbigs Dichtung

    Territorien

    67:43 Minuten
    Klangkompositionen wie Treibgut unter dem lichten Spiegel einer Wasseroberfläche
    Klangkompositionen wie Treibgut unter dem lichten Spiegel einer Wasseroberfläche © EyeEm / wirakorn deelert
    Hörstück von Werner Cee  · 10.10.2021
    Audio herunterladen
    Die energetischen Bilder des Büchner-Preisträgers Wolfgang Hilbig fordern zu einem rauschhaften Dialog von Worten und Klängen heraus. Ein Hörstück mit der Musik von Werner Cee und dem Schlagzeugspiel von Michael Wertmüller.
    "In dem Augenblick, da ihn das Blitzlicht traf, hatte er aufschäumende Nebel von schwarzen oder grauen Hieroglyphen zu sehen geglaubt, ein Schneegestöber von Buchstaben, das sich herabsenkte wie Brandqualm." In der radikalen Freiheit von Wolfgang Hilbigs Dichtung scheinen Bilder auf, die Werner Cee als Ausgangsmaterial für ein intensives Klangexperiment dienen. Im Wechselspiel zwischen seiner Komposition und Michael Wertmüllers energetischem Schlagzeugspiel werden die Texte selbst zu Klängen. Eben noch mitgerissen von einem lärmenden Chaos scheinen sie im nächsten Moment als Treibgut unter dem lichten Spiegel einer Wasseroberfläche auf, ganz so, als ob nichts gewesen wäre.
    Werner Cee und Isabel Karajan beratend über dem Manuskript während der Aufnahmen im Studio
    Werner Cee und Isabel Karajan während der Aufnahmen im Studio© Deutschlandradio / Anke Beims

    Territorien
    Hörstück von Werner Cee mit Zitaten und Auszügen aus Texten von Wolfgang Hilbig und der Musik von Michael Wertmüller und Werner Cee
    Bearbeitung, Komposition und Regie: Werner Cee
    Mit: Isabel Karajan, im O-Ton Wolfgang Hilbig
    Musiker: Werner Cee (Elektroakustische Chin) und Michael Wertmüller (Percussion und Schlagzeug)
    Ton: Martin Eichberg
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019
    Länge: 66'43
    Eine Wiederholung vom 03.10.2019
    Das Hörstück steht zum Nachhören und Download bereit.
    Anschließend:
    Mitschnitt der Rede von Wolfgang Hilbig
    anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preis 2002
    Länge: 17'39

    Werner Cee an der elektroakustischen Chin während der Musikaufnahmen im Studio
    Werner Cee an der elektroakustischen Chin© Deutschlandradio / Anke Beims
    Michael Wertmüller am Schlagzeug, er hat Kopfhörer auf und ist ganz in seinem Element, spielt mit geschlossenen Augen
    Michael Wertmüller ganz in seinem Element© Deutschlandradio / Anke Beims

    Werner Cee, , geboren 1953 im hessischen Friedberg, ist Komponist, Klangkünstler, Hörfunkautor und Regisseur. Er studierte Malerei, arbeitete als bildender Künstler und war in der Rockmusikszene aktiv. In den letzten zwanzig Jahren sind mehrere akustische Großprojekte entstanden. Werner Cee schafft Verbindungen zwischen visueller und akustischer Kunst. Für "Winterreise" (HR 2010) erhielt er den Prix Italia. Zuletzt u.a. "KLIMA|ANLAGE" (DKultur 2016), eine begehbare Hörinstallation zur Verklanglichung von Klimadaten, "Gesänge des Charon" (Deutschlandfunk Kultur/HR 2017) und "de-symphonic" (Deutschlandfunk Kultur/BTHVN2020/Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin/Hans-Flesch-Gesellschaft 2020).
    Werner Cee
    Werner Cee© Deutschlandradio / Rainer Lind