Klangkomposition über Transformationsprozesse

    Vom Rohen und Gekochten

    Zerbrochenes buntes Glas in der Luft auf schwarzem Hintergrund.
    © EyeEm / Gualtiero Boffi
    Von Jan Jelinek · 26.03.2021
    Aus fest wird zerbrochen, wird pulvrig, wird flüssig. Der Komponist Jan Jelinek macht mikroskopische Aufnahmen von radikalen Veränderungen. Daraus komponiert er ein Hörstück in ständigem Wandel.
    Etwas zersplittert, fängt an zu schäumen, geht in Rauch auf. Der Musiker Jan Jelinek untersucht Klangobjekte im Wandel. Dafür begleitete er das KünstlerInnenpaar Thomas und Renée Rapedius und den Fotografen Peter Granser beim Schaffensprozess mit Glas, Papier, Metall, Holz und Tee.
    Raffinierte Techniken bei Aufnahme- und Bearbeitung offenbaren Klangbewegungen, machen feinste Veränderungen hörbar. Jelinek zoomt hinein ins akustische Material und wieder hinaus. Die Klangkomposition bleibt dennoch abstrakt; verrät beim Driften durch die verschiedenen Zustände des Seins nicht immer ihre Quellen. Statt Eindeutigkeit: Ein Hindeuten. Ein Andeuten.
    "Vom Rohen und Gekochten" entstand mit Hilfe des freien Projektraums ITO in Stuttgart und dem KünstlerInnenpaar Thomas & Renée Rapedius. Es enthält Variationen der Komposition "Zwischen/Raum", die mit Mitteln des Musikfonds gefördert wurde.
    Die Komposition eignet sich besonders für Kopfhörer.

    Vom Rohen und Gekochten
    Von Jan Jelinek
    Komposition und Realisation: der Autor
    Produktion: SWR 2020
    Länge: 49'54

    Jan Jelinek, geboren 1971 in Bad Hersfeld, lebt und arbeitet als Musikproduzent und Musiker in Berlin. 2008 gründete er das Label Faitiche. 2012 erhielt er den Karl-Sczuka-Förderpreis.