Kalamazoo

Soweto, Johannesburg © dpa / picture alliance / Bernd Weißbrod
Von Tom Schimmeck · 30.03.2010
Pops wurde 1949 auf dem East Rand geboren, einem Gewimmel von Goldgräberorten im Osten Johannesburgs. Der Vater fuhr Lastwagen, die Mutter schuftete als Hausangestellte. Abends verwandelte sich ihr Wohnzimmer in eine Kneipe, wo Nachbarn debattierten, tranken und tanzten. Der Junge hatte früh Melodien im Ohr. Er wurde Musiker.
Kalamazoo hieß sein Township neben der Goldmine, ein Schmelztiegel der Hautfarben: Zulus und Portugiesen lebten hier, Juden, "Coloureds" und viele Chinesen. Bis die Apartheid sie trennte, das Township abgerissen wurde - und wieder neue entstanden. Noch heute sucht Pops Mohamed hier nach dem Klang seiner Kindheit. Der Bergbau hat die Landschaft zerklüftet, Seen und giftige Halden hinterlassen. Dazwischen leben viele Menschen – in Wellblechhütten die Allerärmsten, in besseren Häuschen jene, die tatsächlich Fortschritt erleben im neuen Südafrika. Pops findet immer noch Spuren des alten, wilden Kalamazoo.

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