Wie wir lernten die Atomkraft zu lieben
In Belarus entsteht ein neues AKW
Von Inga Lizengevic
Regie: Inga Lizengevic
Ton und Technik: Wolfgang Rixius, Hanna Steger und Thomas Widdig
Redaktion: Wolfgang Schiller
Deutschlandfunk / SWR 2020
Wie wir lernten, die Atomkraft zu lieben
55:05 Minuten

2011 nach der Katastrophe von Fukushima beschließt Deutschland den Atomausstieg. Belarus beginnt mit dem Bau seines ersten Atomkraftwerks – obwohl kein Land stärker von den Folgen von Tschernobyl betroffen ist. In Litauen übt man für den Ernstfall.
70 Prozent des radioaktiven Fallouts von Tschernobyl sind auf Belarus niedergegangen - die Heimat der Autorin. Tausende erkrankten an Krebs und starben. Ein ganzer Landstrich ist bis heute unbewohnbar. Trotzdem ist die Regierung unter Präsident Lukaschenko vom Nutzen der Atomkraft überzeugt. 2020 ist das AKW ans Netz gegangen.
Litauen hat lange gegen das russisch finanzierte 10 Milliarden Euro Projekt im Nachbarland gekämpft. Das neue Kraftwerk bei Astravets steht nur zehn Kilometer von der litauischen Grenze und nur 40 km von der Hauptstadt Vilnius entfernt. Das Kühlwasser wird dem Fluss Viliia (Neris) entnommen, der in Litauen in die Memel mündet.
Im Katastrophenfall könnte das Trinkwasser für mindestens ein Drittel der Bevölkerung kontaminiert werden. Litauen hat für eine Million Euro Jodtabletten für die Bevölkerung gekauft. Für die Litauer ist unverständlich, wie hier ein neues AKW entstehen konnte, wo doch das eigene AKW, ebenfalls russischer Bauart, beim Eintritt in die EU abgewickelt werden musste.
Inga Lizengevic, geboren in Russland, aufgewachsen in Belarus, Russland und der Ukraine, studierte in Minsk und Berlin, lebt als Theaterregisseurin, Hörfunkautorin und Dokumentarfilmerin in Berlin.














