Veit
"Veit" ist ebenso Höhepunkt wie Abschluss des Werks von Thomas Harlan. Der im Oktober vergangenen Jahres verstorbene Schriftsteller, Filmemacher, politische Aktivist und Nazijäger setzt sich in diesem in vier Tagen im Frühjahr 2010 rauschhaft diktierten Text mit seinem Vater auseinander - dem berüchtigten Erfolgsregisseur Veit Harlan.
Veit Harlan, dessen Machwerk "Jud Süß" exemplarisch für die antisemitische Hetze der Nazis steht und der nach 1945 nahezu unbehelligt weiter Filme drehen konnte.
"Veit" überrascht, irritiert abermals - denn es ist auch ein Text der Zuneigung, ein Lamento für den Vater, ein Werben um Verständnis für die eigene Wut. Der Regisseur Bernhard Jugel inszeniert "Veit" minimalistisch und vermag so, dessen Wucht zu entfalten.
Er benötigt keine Meta-Ebene, keine Kommentare, keine Klanguntermalung. Kongenial zur Seite steht dem Regisseur der Schauspieler Thomas Thieme. Er interpretiert den Text souverän, aber nicht abgeklärt. Das untergründige Brodeln, die tiefe Verzweiflung, all das macht Thieme in seinem nuancenreichen, aber niemals überspannten Vortrag deutlich.
Regie: Bernhard Jugel
BR 2011/55'15
Im Anschluss ab ca. 21:00 Uhr
"Radical Jewish Culture"
Eine Plattenserie von John Zorn
Mit Karl Lippegaus
In ihrer Musik verschmolzen freie Formen des Jazz mit Klezmer-Improvisationen, Experimentalmusik mit Rock, Blues und Punk. Musiker wie John Zorn, David Krakauer, Marc Ribot, Anthony Coleman und Frank London untersuchten leidenschaftlich die Möglichkeiten einer neuen jüdischen Musik und emanzipierten sich von einer Haltung, für die Anpassung und gesellschaftliche Unauffälligkeit kennzeichnend war. Sie spielten in Clubs und auf Festivals und gründeten eigene Musiklabels.
Die Ausstellung "Radical Jewish Culture" im Jüdischen Museum in Berlin stellt bis zum 24. Juli diese Musikszene mit audiovisuellen Dokumenten, vielen Musikbeispielen und zum großen Teil unveröffentlichtem Material vor.
Eine Ausstellung des Musée d'art et d'histoire du Judaïsme, Paris.
"Veit" überrascht, irritiert abermals - denn es ist auch ein Text der Zuneigung, ein Lamento für den Vater, ein Werben um Verständnis für die eigene Wut. Der Regisseur Bernhard Jugel inszeniert "Veit" minimalistisch und vermag so, dessen Wucht zu entfalten.
Er benötigt keine Meta-Ebene, keine Kommentare, keine Klanguntermalung. Kongenial zur Seite steht dem Regisseur der Schauspieler Thomas Thieme. Er interpretiert den Text souverän, aber nicht abgeklärt. Das untergründige Brodeln, die tiefe Verzweiflung, all das macht Thieme in seinem nuancenreichen, aber niemals überspannten Vortrag deutlich.
Regie: Bernhard Jugel
BR 2011/55'15
Im Anschluss ab ca. 21:00 Uhr
"Radical Jewish Culture"
Eine Plattenserie von John Zorn
Mit Karl Lippegaus
In ihrer Musik verschmolzen freie Formen des Jazz mit Klezmer-Improvisationen, Experimentalmusik mit Rock, Blues und Punk. Musiker wie John Zorn, David Krakauer, Marc Ribot, Anthony Coleman und Frank London untersuchten leidenschaftlich die Möglichkeiten einer neuen jüdischen Musik und emanzipierten sich von einer Haltung, für die Anpassung und gesellschaftliche Unauffälligkeit kennzeichnend war. Sie spielten in Clubs und auf Festivals und gründeten eigene Musiklabels.
Die Ausstellung "Radical Jewish Culture" im Jüdischen Museum in Berlin stellt bis zum 24. Juli diese Musikszene mit audiovisuellen Dokumenten, vielen Musikbeispielen und zum großen Teil unveröffentlichtem Material vor.
Eine Ausstellung des Musée d'art et d'histoire du Judaïsme, Paris.
