Hörspiel über trübe Dorfgeschichten und kollektiven Gedächtnisschwund

Idylle

54:03 Minuten
Zwei Personen sind beim Wassertreten in der Ruhr auf einem Kneipp-Wanderweg bei Olsberg im Sauerland zu sehen. Rechts und links befinden sich Bäume, durch die Sonnenlicht fällt, im Hintergrund ist eine Holzbrücke zu sehen.
Im Dorf seiner Kindheit gab es in den Siebziger Jahren einen schrecklichen Vorfall. Daran erinnern möchte sich niemand. © imago / Jochen Tack
Von Josef Maria Schäfers  · 19.06.2019
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Im Dorf seiner Kindheit gab es in den Siebziger Jahren einen schrecklichen Vorfall. Daran erinnern möchte sich niemand. Dem Autor wird geraten, nicht in alten Wunden zu bohren.
Vielleicht sollten die alten Dorfgeschichten ruhen, tun sie aber nicht, sie gehen dem Autor nicht aus dem Kopf. "Solange deine Mutter hier wohnt, würde ich nicht in der alten Wunde bohren", rät ihm sein Freund aus dem Sauerland, wo er aufgewachsen ist. "Darüber will noch keiner reden, und wenn man anfängt rumzuforschen, gibt’s Ärger." Tatsächlich scheint in diesem Dorf, wenn es um die Ereignisse in jenem Herbst geht, ein kollektiver Gedächtnisschwund stattgefunden zu haben.

Ursendung
Idylle
Hörspiel von Josef Maria Schäfers
Regie: Giuseppe Maio und Stella Luncke
Mit: Sven Hönig, Thomas Krutmann, Guntbert Warns, Volker Weidlich, Thomas Weppel, Klaus Hoser, Martin Horn, Michael Wittenborn, Christian Maria Goebel, Maximilian Löwenstein, Peter Miklusz, Ernst Stötzner, Meike Rötzer, Sigrid Maria Schnückel, Eva-Maria Kurz, Carla Becker, Enno Luncke, Maxim Bugenhagen und Enea Maio
Ton: Alexander Brennecke
Technik: Eugenie Kleesattel
Produktion: Deutschlandfunk Kultur / WDR 2019
Länge: 53’57
Das Hörspiel wurde gefördert von der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen.
Anschließend:
Auszug aus "Durch die Wälder streifen"
Von Julia Tieke, gelesen von Lara Körte
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2011
Länge: 5'01

Josef Maria Schäfers, geboren 1968, lernte Schmied und Tischler und lebt seit 1997 als Künstler und Radioautor in Berlin. Mitorganisator des Berliner Hörspielfestivals. Gemeinsam mit Stella Luncke schreibt und produziert er Hörspiele, Features und akustische Kunst für verschiedene öffentlich-rechtliche Radiosender. 2015 ARD-PiNBall für das Kurzhörspiel "Wo sind die bloß?". Für Deutschlandradio u.a.: "Aerosol. Graffiti, die Ästhetik des Chaos" (2004), "Fluchtpunkte" (2007), "Es hat was mit dem Blick zu tun - Verkäufer, Diebe, Detektive" (2007), "Passé" (2010), "Aliens! - Die Invasion exotischer Tiere und Pflanzen" (WDR/Dlf 2011), "Vorübergehend aufgenommen" (2012), "Protestieren für Fortgeschrittene" (2012), "Muh Muh Mäh Mäh" (2013), "Schluss mit dem Spießerleben - Aus dem Alltag eines Wirtschaftswunderkindes" (Dlf/NDR 2014), "Sommercamp" (2016), "Wahnsinn Familie!" (2017). Mehrere Wurfsendungsserien.