Der Maler Felix Becker. Jahr Sechs
Beruf: Künstler in Berlin
Von Susanne Burg und Thorsten Jantschek
Regie: Thorsten Jantschek
Deutschlandfunk Kultur 2023
Der Maler Felix Becker. Jahr Sechs - Beruf: Künstler in Berlin

Halbzeit einer Langzeitbetrachtung. Wir blicken zurück auf fünf Jahre der Entwicklung einer Künstlerkarriere: mit dem Künstler Felix Becker selbst, aber auch mit dem Sammler Michael Krieger.
Seit drei Jahren ist Felix Becker als freier Künstler unterwegs, entwickelt sein Werk weiter, beidhändig, könnte man das nennen, auf der einen Seite in nichtkommerziellen Ausstellungen und Projekträumen, auf der anderen Seite auf dem Kunstmarkt.
Das gemeinsame Nachdenken über Kunst, Malerei und Ausstellungskontexte, sagt Becker, sei ihm nicht nur im Atelier oder mit Künstlerkolleg*innen wichtig, sondern auch, wenn er Sammlerinnen und Sammlern begegnet. „Ich bin daran interessiert, Sammlerinnen und Sammler kennenzulernen, den persönlichen Kontakt zu haben, komme auch gerne in die Sammlung und schaue mir an, ob und wie die Werke hängen.“
Das gemeinsame Nachdenken über Kunst, Malerei und Ausstellungskontexte, sagt Becker, sei ihm nicht nur im Atelier oder mit Künstlerkolleg*innen wichtig, sondern auch, wenn er Sammlerinnen und Sammlern begegnet. „Ich bin daran interessiert, Sammlerinnen und Sammler kennenzulernen, den persönlichen Kontakt zu haben, komme auch gerne in die Sammlung und schaue mir an, ob und wie die Werke hängen.“
Und weil das ganze Kunstsystem wesentlich geprägt ist von persönlichen Beziehungen, ist es auch für Michael Krieger wichtig, diejenigen kennenzulernen, die die Bilder „gemacht“ haben, mit denen er sein Leben verbringt. „Wenn ich mich entscheide Kunst zu kaufen“, sagt er, „dann möchte ich nicht nur ein Bild, sondern auch die Reise begleiten, die der Künstler macht.“
Zugleich sind es immer wieder Ausstellungen in nicht kommerziellen Räumen, in denen Felix Becker neue Wege geht, wo er seine eigenen Mittel und Materialen erforscht. Etwa hat er im Berliner Projektraum „zwanzigquadratmeter“ eine raumbezogene Arbeit realisiert, bei der die Malerei gewissermaßen von den Wänden in die Mitte des fensterlosen Raums wandert und dort als quadratische Säule eine ungeheure Wirkung entfaltet: „Mich hat das unmittelbar an Stanley Kubrick’s 2001: Odyssee im Weltraum erinnert“, sagt Sammler Michael Krieger, „das war HAL, der da vor mir steht, dieser Rechner, der dann die Menschen tötet. Was ich sehr spannend fand bei der Arbeit, dass, wenn man um sie herumläuft, irgendwann die Tür verschwindet und man allein mit dem Ding im Raum ist, was sehr beklemmend war.“
Beklemmt jedenfalls schaut Felix Becker nicht in die Zukunft: „Wovon ich überzeugt bin“, sagt er, „ist, dass man dranbleiben muss. Dass man sich nicht so schnell unterkriegen lassen sollte oder einschüchtern lassen sollte, sondern wirklich an sich glauben und das Beste ist, immer auf die eigene Arbeit zu schauen.“
Erstsendung November 2023, Dlf Kultur
Thorsten Jantschek, Jahrgang 1966, studierte Philosophie in Hamburg, Konstanz und Frankfurt, wurde Kunst-, Theater- und Sachbuchkritiker, dann Kulturredakteur beim NDR, Radio Bremen und Dlf Kultur. Er ist im Dlf verantwortlich für „Essay und Diskurs“ und treibt sich in der Kunstszene herum.
