Scheidung, Scham und Mutterschaft

Das Sakrament der Scheidung

54:34 Minuten
Eine Frau zündet mit ihrer Zigarette ein Bild von sich aus der Vergangenheit an.
Auf Wiedersehen, du altes Leben. © Deutschlandradio / Tina Pfurr
25.03.2022
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Scheiden tut weh, sagten schon die alten Griechen. Ganz besonders schmerzhaft wird es, wenn es sich um eine katholisch getraute Ehe mit einem Vertreter der Kirche selbst handelt... Und was tun mit dem eigenen Kinderwunsch, wenn man den des Partners durch die Scheidung unmöglich gemacht hat?
Heute ist die Autorin freiberuflicher Single ohne Kinder in der queerfeministischen Bubble Berlins. Längst aus der Kirche ausgetreten, aber noch immer nicht von den Erwartungen befreit, die das gemeinsam geschaffene Eheleben mit sich brachte. Welche Erzählungen sind in ihrem heutigen Alltag noch gültig? Wie tief greifen Staat und Kirche in persönliche Lebensentwürfe ein?
Schuld, Scham und Sühne treiben die Autorin um - im Austausch mit sich selbst und ihren Freund:innen versucht sie Stück für Stück die Fesseln der Vergangenheit abzulegen. Dafür reist sie nach New York, an den See Genezareth und sogar bis nach Recklinghausen.

Das Sakrament der Scheidung
Oder wie ich in Gedanken meinen Kinderwunsch annullierte
Von Felizitas Stilleke

Regie: Philine Velhagen
Es sprachen: Lars Schmidtke und die Autorin
Ton und Technik: Wolfgang Rixius
Redaktion: Jenny Marrenbach
Produktion: Deutschlandfunk 2022

Felizitas Stilleke, Jahrgang 1983, lebt und arbeitet in Berlin. Das war nicht immer so. Sie ist freie Dramaturgin und Kuratorin in den Freien Darstellenden Künsten (Theaterfestival FAVORITEN 2014, Impulse 2017, Berliner Theatertreffen 2018, Branchentreff 2019-21). 2021 hat sie mit „The Mother in Me is the Mother in You“ (Ballhaus Ost) eine Reihe von Live-Podcastsessions ins Leben gerufen, in denen sie mit ihren Freund:Innen das Thema Nicht-/Noch-nicht-/Nicht-mehr-/Vielleicht-/Mutterschaft diskursiv und performativ durcheinanderwirbelt.