Die Geschichte des Radioschiffs The Voice of Peace

    From somewhere in the mediterranean

    Das Foto zeigt Abie Nathan (lks.) mit einigen Mitgliedern seiner Crew in Haifa im Jahr 1975.
    Abie Nathan (lks.) mit einigen Mitgliedern seiner Crew in Haifa im Jahr 1975. © imago/ZUMA/Keystone
    Von Mona Winter · 03.03.2022
    Als Israelis und Araber 1973 auf einen Krieg zusteuern, installiert der Aktivist Abie Nathan auf einem Schiff im Mittelmeer einen Piratensender. „The Voice of Peace“ sendet bis 1993 aktuelle Popmusik und Friedensbotschaften über die Grenzen hinweg.
    Abie Nathan (1927–2008) war ein ehemaliger Kampfpilot und überzeugter Pazifist. Der charismatische Betreiber des angesagten Lokals "Café California" in Tel Aviv begann in den 1960er Jahren, sich politisch zu engagieren und wurde zu einem unermüdlichen Friedensaktivisten, der durch unbürokratische Direkthilfe und überraschende Gesten internationale Bekanntheit erlangte. Er organisierte Hilfe bei Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegsschäden auf der ganzen Welt; ein besonderer Fokus seines Engagements lag jedoch auf dem Aussöhnungsprozess zwischen der arabischen Welt und Israel. 1966 flog er unter großer medialer Aufmerksamkeit mit einem Privatflugzeug von Israel nach Ägypten, um mit Präsident Nasser zu sprechen. Als er sich 1991 mit PLO-Chef Arafat traf, wurde er verhaftet. Von 1973 bis 1993 betrieb er den Radiosender "The Voice of Peace", der von einem Schiff im Mittelmeer Popmusik und Friedensbotschaften in die ganze Region sendete. Das Hörstück spürt dem Sound dieses ungewöhnlichen Radiosenders nach und inszeniert Abie Nathan als Helden mit Parallelen zu Odysseus.
    Abie Nathan (1927–2008)
    Abie Nathan (1927–2008) © picture alliance / Hans Pinn

    Schwerpunkt: Piratensender
    From somewhere in the mediterranean
    Abie Nathan, Odysseus
    Von Mona Winter
    Regie: die Autorin
    Mit: Karl Markovics, Ari Gosch, Heiko Raulin, Sebastian Schwarz, Patrycia Ziolkowska
    Ton und Technik: Kaspar Wollheim, Wenke Decker
    Produktion: RBB/WDR 2015
    Länge: 52'43

    Mona Winter, geboren in Haan bei Wuppertal, studierte Theaterwissenschaft und Soziologie in München und war zehn Jahre als Verlegerin und Lektorin tätig. Inzwischen lebt sie in Berlin und arbeitet als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken, Prosa, Essays, Hörspielen und Radiofeatures. Zuletzt: "Hieronymus Bosch – Die Tyrannei der Töne" (SWR 2016).