Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora

    „Die Welt tritt mir täglich zu nahe“

    54:34 Minuten
    Terezia Mora bei einer Lesung der Erfurter Herbstlese 2019
    Terezia Mora bei einer Lesung der Erfurter Herbstlese 2019 © Imago / VIADATA
    Von Burkhard Reinartz · 14.05.2021
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    „Meine ersten Narrative waren die der Repression“, sagt Terézia Mora über ihre Jugend, die vom Katholizismus und ungarischen Kommunismus geprägt ist. Bis heute klingt das in ihrem Schreiben nach. Im Erzählband, „Seltsame Materie“, gibt es in zehn Geschichten neun Tote, sowie viel Gewalt und Verzweiflung.
    Die erste der Erzählungen handelt vom Fortgehen und auch Terezia Mora ist fortgegangen; 1989 aus ihrem Heimatdorf in der Nähe von Sopron in Ungarn nach Berlin. "Zäh sein und durchhalten". Den Übergang, an dem ihre Protagonistin Flora im Roman "Das Ungeheuer" scheiterte, hat sie inzwischen hinbekommen (Deutscher Buchpreis 2013). Geblieben ist die Gabe, als Emigrierte vom Rand vielleicht besser ins Zentrum deutscher Mentalität schauen und schreiben zu können.
    In den Romanen "Alle Tage" und der Trilogie um den lethargischen IT-Experten Darius Kopp, für die Terzézia Mora 2018 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, geht es immer auch um Randexistenzen, Abseitige, Schweigende. "Der Bereich, in dem es an Worten fehlt, ist derjenige, in den der Schriftsteller hinein schreibt".

    "Die Welt tritt mir täglich zu nahe"
    Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora
    Von Burkhard Reinartz

    Regie: der Autor
    Es sprachen: Jochen Langner, Nicola Gründel und Jean Paul Baeck
    Ton und Technik: Wolfgang Rixius und Jens Müller
    Redaktion: Tina Klopp
    Produktion: Deutschlandfunk 2021