Der ewige Bandit
"Die Kärntner Slowenen finden auch ohne zweisprachige Ortstafeln nach Hause", findet Jörg Haider, denn sein Kärnten soll ein Deutschnationales sein. Der Kärntner Landeshauptmann missachtet die verbrieften Rechte der alteingesessenen kärntnerslowenischen Minderheit in der österreichischen Verfassung. "Ich hab noch vor dem Schulalter mitbekommen, dass ich der Sohn von Banditen bin", erzählt Miha Zablatnik.
Der akademisch geschulte Bauer würde sicher nach Hause finden, nach Bilnjovs und Bilčovs, auch wenn die beiden Gemeinden, in denen die kärntnerslowenische Familie seit Generationen lebt, nur auf Deutsch ausgeschildert wären: Fellersdorf und Ludmannsdorf, kärntnerslowenisches Altsiedlergebiet, im Herzen des ehemaligen sogenannten Bandengebietes, in dem sich Vater und Mutter Zablatnik dem Widerstand gegen den Faschismus anschlossen, den Partisanen, den "Banditen". Auch als Überlebenskampf der Minderheit, dem slawischen Fremdkörper im arischen Volkskörper, gegen Enteignung, Germanisierung, Deportation und Tod.
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