Der Baum der Wünsche

Blick in einen Projektorraum in einem Kino © AP Archiv
Von von Daniel Guthmann · 13.06.2008
Der Reichtum der kulturellen Traditionen Georgiens ist in Westeuropa vor allem durch das goldene Zeitalter des georgischen Kinos bekannt geworden. Von den 50er bis zu den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in der damaligen Sowjetrepublik überdurchschnittlich viele herausragende Werke der Filmkunst hervorgebracht.
Zu den großen georgischen Filmregisseuren dieser Generation gehörten Tengis Abuladze, Otar Iosseliani, Sergej Paradjanow sowie die Brüder Eldar und Giorgi Schengelaia. Im ständigen Katz-und-Maus-Spiel mit der sowjetischen Zensur entwickelten sie aus den alten georgischen Kulturtraditionen heraus ihre formale und inhaltliche Eigenständigkeit, ihren tiefgründigen Humor, ihre oft surreale Fabulierfreude. Als Georgien Anfang der 90er Jahre in ein lang anhaltendes politisches und wirtschaftliches Chaos stürzte, erfolgte auch der Zusammenbruch der Strukturen des sowjetisch-georgischen Kinos. Erst in neuester Zeit konnte in Georgien ein Prozess der Wiederaneignung des kulturellen Erbes beginnen.


Produktion: Südwestrundfunk/Deutschlandfunk 2008