Den demografischen Wandel gestalten

Kalbe setzt auf Kunst

54:37 Minuten
Ein Kunstautomat, aus dem man kleine Arbeiten von Künstlern gegen eine Gebühr ziehen kann.
Am Kunstautomaten in Kalbe lassen sich anstelle von Zigaretten kleine Kunstwerke ziehen. © picture alliance / ZB | Jens Kalaene
Von Judith Geffert  · 03.10.2021
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Der Kreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt ist eine der am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands und besonders vom demografischen Wandel betroffen. Das Projekt „Künstlerstadt Kalbe“ setzt etwas dagegen. Kunst gegen Leerstand - kann das funktionieren?
Vor acht Jahren hat Corinna Köbele das Projekt in der 2.500 Einwohner zählenden Kleinstadt Kalbe (Milde) gegründet. Sie wurde inspiriert von der Hauswächter-Bewegung, von Menschen, die kostenfrei in Immobilien wohnen, um diese vor Vandalismus und Verfall zu schützen, und von Joseph Beuys‘ Gedanken der „Sozialen Skulptur“.
Mithilfe von etwa 20 Freiwilligen und ein paar Festangestellten wurden Arbeitsplätze geschaffen, leerstehende Häuser wiederbelebt und die Begegnung der Bevölkerung vor Ort mit den künstlerischen Gästen und Zuzüglern aus aller Welt angeregt. Ganz nebenbei werden hier aber auch täglich die Fragen ausgehandelt: Wie wollen wir leben? Wie ist das Verhältnis zwischen Stadt und Land, Ost und West?
In Kalbe glaubt man an Kunst als gesellschaftsverändernde Kraft - aber ist das nicht ein bisschen viel verlangt?

Kalbe setzt auf Kunst
Den demografischen Wandel gestalten
Von Judith Geffert

Regie: Sophie Garke
Es sprachen: Justine Hauer und die Autorin
Ton und Technik: Gunther Rose und Caroline Thon
Redaktion: Anna Seibt
Produktion: Deutschlandfunk 2021