Das Geschäft mit den Erlebnisgeschenken

    Panzerfahren für Papi

    54:09 Minuten
    Mann beim Canyoning am Cap Corse auf Korsika.
    Auf dem Markt für Erlebnisgeschenke kann man aus tausenden Events auswählen, zum Beispiel das Canyoning. © imago stock&people/Agentur blickwinkel
    Von Christoph Spittler · 10.10.2021
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    Ein Fallschirmsprung, ein Erotik-Fotoshooting, einen Song im Studio aufnehmen oder einmal Bagger fahren. Erlebnisse kaufen? Hat man die nicht von alleine? Erlebnis-Dienstleister wollen uns auf die Sprünge helfen.
    Im Supermarkt kann man alles kaufen. Seife, Butter, Bier und eben auch: Erlebnisse. An der Kasse hängen sie, die Erlebnispakete von Anbietern wie Mydays, Jochen Schweizer oder Smartbox. Was sich diese Agenturen unter Erlebnissen so vorstellen, ist selten besonders fantasievoll.
    Ist das der Endpunkt der Kommerzialisierung, wenn Leben selbst, in leicht verdauliche Pakete konfektioniert, zur Ware gemacht wird? Das Leben als eine Aneinanderreihung von möglichst vielen schönen oder zumindest besonderen Erlebnissen, die man kaufen kann wie ein neues Handy oder ein paar Stiefel? Und was erlebt man eigentlich genau im gekauften Erlebnis?


    Panzerfahren für Papi
    Das Geschäft mit den Erlebnisgeschenken
    Von Christoph Spittler

    Regie: Robert Steudtner
    Es sprachen: Edda Fischer, Demet Fey, Thomas Balou Martin
    und Oliver Krietsch-Matzura
    Ton und Technik: Gunter Rose und Petra Pellot
    Redaktion: Klaus Pilger
    Produktion: Deutschlandfunk 2015
    Wiederholung vom 20.09.2015

    Christoph Spittler, 1969 in der niedersächsischen Provinz geboren, landete schon während des Studiums der Ethnologie mit Interview- und Musikaufnahmen aus seinen Feldstudien beim Radio. Daraus wurde eine lang anhaltende Liebe. Er hat die hybride Form des dokumentarischen Hörspiels für sich entdeckt: Zu den realen Protagonistinnen und Protagonisten seiner Features schleichen sich oft erdichtete Stimmen hinzu. Die Verwerfungen der Konsumwelt sind Spittlers Lieblingsthema. Er lebt in Berlin.
    Der Freistil-DREIERPACK beginnt am 10. Oktober mit dem Feature "Panzerfahren für Papi – das Geschäft mit den Erlebnisgeschenken" aus dem Jahr 2015 - was passiert, wenn das "Leben" als Erlebnis-Paket in standardisierter Format an der Supermarktkasse verkauft wird?
    Am 17. Oktober folgt "Schönsprech – die Inflation der angenehmen Stimmen" (2012). Die Sendung beschreibt die sprachakustische Gehirnwäsche, der wir durch die Omnipräsenz lackierter Schauspielstimmen in Werbung und Popkultur ausgesetzt sind.
    Zum Abschluss dann am 24. Oktober "Speck – Geschichten aus dem Gürtel" aus dem Jahr 2014, ein wilder Trip durch die sich ausbreitenden Wüsten vorstädtischer Hässlichkeit.